Fehler behoben

Störung im Atomkraftwerk Unterweser

Bei einer Routineprüfung ist im Atomkraftwerk Unterweser bei Nordenham eine Störung entdeckt worden. Eine Armatur in einem der vier Stränge des Not- und Nachkühlsystems sei nicht korrekt eingestellt gewesen,im Falle eines Störfalls hätte der Strang nicht die geforderte Kühlleistung erbringen können.

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Hannover/Kleinensiel (ddp/sm) - Der Fehler sei umgehend behoben worden, sagte die Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums, Jutta Kremer-Heye, am Sonntag in Hannover. Sowohl der Betreiber E.ON als auch das Ministerium wollen den Vorfall genau analysieren. Ursache für die Störung sei eine fehlerhafte Justierung der elektronischen Stellungsanzeige an der Armatur, die in der Revision im vorigen Jahr vorgenommen wurde. Dies war bislang unerkannt geblieben und erst am Samstag bei der diesjährigen Überprüfung entdeckt worden. Das Kernkraftwerk ist wegen der laufenden Revision zur Zeit vom Netz genommen.

Der Betreiber E.ON habe der Aufsichtsbehörde den Befund fristgerecht als meldepflichtiges Ereignis mitgeteilt, sagte die Sprecherin. Das Atomkraftwerk Unterweser ist 1978 ans Netz gegangen.

Die niedersächsischen Grünen forderten eine umfassende Information der Bevölkerung über die bestehenden Mängel. Das jüngste Vorkommnis weise auf eine mangelhafte Sicherheitskultur im AKW Unterweser hin, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korter. Ein Jahr lang sei eine falsche Einstellung im Notkühlsystem nicht entdeckt worden. Der Betreiber habe außerdem zugeben müssen, dass im Lauf des letzten Jahres ein weiteres Kühlsystem über mehrere Tage nicht betriebsfähig gewesen sei. "Damit ist die Sicherheit der Bevölkerung aufs Spiel gesetzt worden", sagte Korter.

SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner verlangte von der Landesregierung mehr Klarheit in der Debatte um Atomenergie. "Herr Wulff sollte den Menschen in Niedersachsen klipp und klar sagen, ob er die Laufzeiten für die Atomkraftwerke im Land verlängern will", so Jüttner. Gleichzeitig kritisierte er die Äußerungen von Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) zu den Vorfällen: "Wer wie Herr Sander nicht müde wird, nach den Zwischenfällen in den AKW Krümmel und Brunsbüttel die uneingeschränkte Sicherheit deutscher Atomkraftwerke zu betonen, hat jeden Sinn für die Realität verloren."