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25.01.2010, 10:03 Uhr

Strom-News

Mitarbeiter weiter in Klinik

Störfall in Uranfabrik Gronau - Ermittlungen dauern an

Nach dem Störfall in der Urananreicherungsanlage im nordrhein-westfälischen Gronau dauern die Ermittlungen zur Ursache an. Atomkraftgegner sehen den Vorfall äußert kritisch und zweifeln an der Sicherheitskultur des Betreibers der Anlage. Sie fordern die Einschaltung der Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen.

Gronau/Münster/Düsseldorf (ddp/red) - Ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums sagte am Wochenende, nach seinem Kenntnisstand sei die Dekontamination des Raums, in dem der Zwischenfall geschah, noch nicht abgeschlossen. Erst danach könnten TÜV-Experten und Fachleute des Landes als Atomaufsicht die Untersuchungen aufnehmen.

Mitarbeiter weiterhin im Krankenhaus

Bei dem Vorfall wurde ein Mitarbeiter der Uranfabrik einer erhöhten Strahlung ausgesetzt und zur Beobachtung in das Universitätsklinikum Münster eingeliefert. "Der Mann erhält Infusionen und trinkt viel, damit die aufgenommen Substanzen schneller ausgeschieden werden. Erste Untersuchungsergebnisse haben Spuren von Uran im Urin nachgewiesen", sagte Nuklearmedizin-Professor Otmar Schober.

Nach Angaben des Betreibers Urenco war am Donnerstag in einem Raum Uranhexafluorid (UF6) freigesetzt worden. In diesem Raum sollte ein als "leer und gewaschen" angelieferter Uranbehälter von einem Mitarbeiter für eine Druckprüfung vorbereitet werden. Hierbei kam es zur Freisetzung des Stoffes in noch unbekannter Menge.

Greenpeace vermutet große Sicherheitsprobleme

"Diese Erklärung macht misstrauisch. Es ist bekannt, dass Uranbehälter nie vollständig entleert werden können. Daher sind immer besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich", sagte Greenpeace-Atomphysiker Heinz Smital. "Der Vorgang lässt auf grobe Probleme in der Sicherheitskultur schließen." Selbst Bruchteile eines Gramms Uranhexafluorid in der Atemluft könnten tödlich sein. Ein einzelner Uranbehälter enthalte 12,5 Tonnen UF6.

Politiker und Atomkraftgegner forderten eine Untersuchung des Zwischenfalls durch externe Fachleute. "Es muss unbedingt eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle geben", sagte die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne). Die Betreiber der Anlage hätten immer wieder betont, dass die Urananreicherung absolut sicher sei. "Mal wieder hat sich eine solche Behauptung in Luft aufgelöst".

Einschaltung der Staatsanwaltschaft gefordert

Auch Matthias Eickhoff, Sprecher der Initiative Münsterland gegen Atomanlagen, forderte einen unabhängigen Gutachter: "Der TÜV Rheinland ist nur Standardgutachter für Atomfragen, der mich persönlich nicht überzeugt." Das Bündnis forderte auch die Einschaltung der Staatsanwaltschaft. Mögliche strafrechtliche Versäumnisse von Urenco müssten geklärt werden.

Unterdessen demonstrierten mehrere Hundert Atomkraftgegner gegen die Anlage in Gronau sowie gegen die geplanten längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke.

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