Übernahme durch BfS

Stimmen zum Betreiberwechsel des Atomülllagers Asse

Bundesumweltminister Gabriel hat den Betreiberwechsel für das Atommülllager Asse als "richtige und konsequente Entscheidung" gewertet. Auch die Grünen begrüßten, dass Asse nun vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben wird. Umweltschützer kündigten Demostrationen am Bergwerk an.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Es sei deutlich geworden, dass in der Vergangenheit die wesentlichen atomrechtlichen Fragen nicht angemessen behandelt worden seien, sagte Gabriel. Das Bundesamt für Strahlenschutz als neuer Betreiber verfüge in Sachen Endlagerung über viele Erfahrungen.

Auch die Grünen begrüßten den Betreiberwechsel. Das BfS müsse nun die Schließung des Bergwerks organisieren, sagte Fraktionsvize Jürgen Trittin. Der niedersächsische Grünen-Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel sagte: "Der Beschluss zur Anwendung des Atomrechts war überfällig. Anders hätte es keine Chance gegeben, sich mit den von diesem Endlager ausgehenden Gefahren sachgerecht auseinanderzusetzen".

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, zeigte sich ebenfalls erfreut: "Ich begrüße, dass jetzt eine von allen Seiten getragene Entscheidung zum weiteren Vorgehen bei der Schachtanlage Asse II getroffen wurde", sagte er.

Umweltschützer kündigen Demonstration an

Ursula Kleber vom atomkritischen Verein "Aufpassen" erklärte, mit dem Betreiberwechsel werde "nun nicht plötzlich alles gut". Sie forderte eine "gründliche und glaubhafte" Inventur des in der Asse eingelagerten Atommülls. "Nur gucken, ob die Lieferscheine richtig in die Asse-Datenbank übertragen worden sind, reicht nicht", sagte die Umweltschützerin. Sie kündigte für den 12. September eine Demonstration am Bergwerk Asse an.

Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Katherina Reiche (CDU), sieht in den Vorfällen im Bergwerk Asse keinen Grund, dem Salzstock Gorleben als möglichem Endlager für radioaktiven Müll zu misstrauen. Gorleben sei "nach neuesten und modernsten Erkenntnissen" für die langfristige Lagerung geeignet. Andere Gesteine für diesen Zweck zu erforschen, wie es SPD und Grüne verlangten, lehne sie ab. Auch der Geschäftsführer des Deutschen Atomforums, Peter Marx, sprach sich dafür aus, den Endlagerstandort Gorleben zu Ende zu untersuchen.