Steuern und Abgaben

Steueranteil am Strompreis steigt auf 46 Prozent

Der Anteil der Steuern und Abgaben am Strompreis ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. 2011 stieg die Staatsquote von 41 auf nun 46 Prozent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Freitag in Berlin mitteilte. Doch was zählt eigentlich alles zum Steueranteil dazu?

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Dazu zählen etwa die Abgabe für die Förderung der erneuerbaren Energien, die sogenannte EEG-Umlage, und der Kraft-Wärme-Kopplung. Hinzu kommen die Stromsteuer und die Mehrwertsteuer. Daneben müssen die Energiekonzerne eine sogenannte Konzessionsabgabe zahlen. Diese geht an die Städte und Gemeinden für die Nutzung der Infrastruktur.

Grund für den Anstieg des staatlichen Anteils sei vor allem die gestiegene EEG-Umlage, erklärte der BDEW. Diese war zum 1. Januar 2011 von rund 2,0 auf 3,5 Cent gestiegen. Mittlerweile stellte sich heraus, dass der Anstieg etwa ein Drittel zu hoch war. Die für die Berechnung zuständigen Unternehmen hatten den Zubau von Solaranlagen in Deutschland deutlich überschätzt.

Den zweitgrößten Teil der Strompreise - nach dem staatlichen Anteil - hat laut BDEW mit 34 Prozent die Stromproduktion beziehungsweise der Einkauf des Stroms an der Börse sowie die Kosten für Service und Vertrieb. Die Netzentgelte, die die Stromproduzenten an die Betreiber der Stromnetze für den Transport vom Kraftwerk bis zum Kunden zahlen müssen, machen demnach 20 Prozent aus.

Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland zahlte zum Jahresbeginn laut BDEW 72,77 Euro monatlich für seinen Strom. Das seien 5,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit liege der Anstieg der Strompreise niedriger, als er durch die EEG-Umlage hätte steigen müssen - denn alleine dieser hätte den Strom laut BDEW um rund sieben Prozent teurer machen müssen.