Für 3000 Kumpel

stern: RAG-Chef Müller beantragt Bau einer neuen Zeche

Der Bergbau- und Energiekonzern RAG will nördlich von Hamm in Nordrhein-Westfalen eine neue Zeche bauen. Sie soll Arbeit für 3000 Kumpel bieten und ohne öffentliche Mittel realisiert werden. Das hält die Grüne-Energieexpertin Hustedt auch für nötig, denn Subventionen würde es ohnehin nicht geben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Der Essener Steinkohlekonzern RAG wird noch in dieser Woche den Bau einer neuen Zeche beantragen. Wie der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, sollen 3000 Kumpel dort Arbeit finden. Für das Projekt gebe es "eine hohe Akzeptanz", heißt es im vertraulichen Protokoll der RAG-Vorstandssitzung vom 5. April. RAG-Chef Werner Müller versicherte im stern: "Wir werden die Zeche ohne einen Cent öffentliche Mittel realisieren."

Der Vorstoß des ehemaligen Wirtschaftsministers bedeutet eine Korrektur der nationalen Rohstoffpolitik. Nach Müllers Vision soll die neue Zeche die Wiedergeburt der Kokskohle-Förderung einleiten. Wer die 800 Millionen Euro Investitionskosten tragen soll, ist allerdings unklar.

Die Zeche mit dem Namen Donar soll nördlich von Hamm entstehen. Dort lagern in 900 bis 1500 Meter Tiefe rund 90 Millionen Tonnen so genannte Kokskohle, mit der sich Stahl erzeugen lässt. Das Genehmigungsverfahren wird rund fünf Jahre dauern, danach folgt eine dreijährige Umsetzungsphase. Frühestens 2013 könnte demnach der erste Kumpel einfahren.

In einer ersten Reaktion auf die Ankündigung, sagte die energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Michaele Hustedt, sie halte die Entscheidung für nicht ökonomisch. Dennoch obliege es der unternehmerischen Freiheit der RAG, einen solchen Schritt zu tun. Dabei müsse aber klar sein, dass es keinen Aufwuchs an staatlichen Subventionen geben wird. Weder für die Erschließungskosten noch für die Erhöhung der jährlichen Förderquote würden neue Haushaltsmittel freigesetzt. Sollte die RAG sich dennoch entscheiden, eine neue Zeche zu bauen, und staatliche Fördermittel umzuschichten, müsse im Gegenzug ein alter Standort geschlossen werden, um die vereinbarte Jahresfördermenge nicht zu überschreiten.

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