BfS widerspricht

stern: Neue Filzvorwürfe gegen Bundesamt für Strahlenschutz

Das Hamburger Wochenmagazin stern wird in seiner morgigen Ausgabe über neue Ungereimtheiten bei der Vergabe von Gutachteraufträgen durch das Bundesamt für Strahlenschutz berichten. Die Behörde aus Salzgitter hat indes rechtliche Schritte gegen den stern angekündigt und bezeichnete die Vorwürfe als "absurd".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Gegen das Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) unterstehende Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt es neue Vorwürfe. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, vergab das BfS mehrfach Gutachterverträge an persönliche Bekannte von BfS-Präsident Wolfram König.

So ging ein Gutachterauftrag über etwa 300 000 Euro an den niedersächischen Grünen-Politiker Hans-Albert Lennartz. Der war in den 90er Jahren Regierungspräsident von Hannover, der heutige BfS-Präsident König war damals sein Pressesprecher. Lennartz sagte dem stern, er habe den BfS-Gutachterauftrag "völlig regulär" nach einer Ausschreibung gewonnen.

Daneben honorierte die Atombehörde auch das Institut des Kasseler Stadtplaners Detlev Ipsen für Beratungsaufgaben. Der Professor hatte seinerzeit die Diplomarbeit des späteren BfS-Präsidenten betreut. Über 2,2 Millionen Euro gingen unter König an die Berliner Anwaltskanzlei Gaßner, Groth, Siederer und Coll.. Mit ihr ist BfS-Präsident König durch die Mitgliedschaft in dem von Anwalt Hartmut Gaßner gegründeten Energieverein verbunden.

Auf Anfrage des stern erklärte das BfS, der Vorwurf möglicher Interessenkonflikte sei "absurd". In einer Presseerklärung kündigte das BfS rechtliche Schritte gegen das Wochenmagazin an. Der stern erwecke mit seiner Berichterstattung den Eindruck, das Bundesamt für Strahlenschutz sei bei der Vergabe von Aufträgen rechtswidrig vorgegangen. "Dieser Eindruck wird nicht belegt und ist nicht belegbar, da er jeglicher sachlichen Grundlage entbehrt. Die Anwürfe beruhen auf willkürlich konstruierten Zusammenhängen. Persönliche Bekanntschaften haben bei der Auftragsvergabe keine Rolle gespielt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass mittels gezielter Desinformation und Unterstellungen versucht wird, die erfolgreiche Arbeit des BfS und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Misskredit zu bringen", heißt es in der BfS-Erklärung.

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