Künstlicher Nebel

"stern": Greenpeace-Studie zweifelt Terrorschutz von Atomkraftwerken an

Das Hamburger Magazin "stern" berichtet in seiner morgen erscheinenden Ausgabe von einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace, die künstlichen Nebel zum Schutz von Atomkraftwerken vor Terrorangriffen als "nutzlos" einstuft. Greenpeace bliebe daher bei der Forderung nach Abschaltung von fünf gefährdeten Meilern.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (stern/sm) - Ein Gutachten im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace ergibt, dass künstlicher Nebel Atomkraftwerke nur unzureichend vor Terrorangriffen schützen könnte. Das berichtet das Hamburger Magazin "stern" in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Zum Schutz vor einer drohenden Attacke - etwa durch ein entführtes Flugzeug - erwägen Kraftwerksbetreiber, die Meiler in künstlichen Nebel zu hüllen und so einem Kamikaze-Piloten die Orientierung zu nehmen. Dieses Konzept wird bei Kriegsschiffen bereits eingesetzt, schreibt der "stern" weiter.

Nach dem Greenpeace-Gutachten, das dem "stern" vorliegt, wäre der künstliche Nebel bei Atomkraftwerken weitgehend nutzlos. Fraglich sei schon, ob die Alarmzeiten für eine Vernebelung ausreichten. Mehrere Meiler liegen nahe stark beflogener Luftstraßen, so dass nur wenige Sekunden blieben, um einen Angreifer zu erkennen und die Tarnwand aus Nebel aufzubauen. Auch könnten Terroristen an Simulatoren Angriffe im Blindflug trainieren und sich trotz Einnebelung an Straßen oder markanten Punkten in der Umgebung orientieren. Zudem könnte Wind die Nebelhülle schnell wegblasen.

Die Verfasser des Gutachtens bezweifeln laut "stern" auch, dass Dutzende Betontürme um jedes AKW ein wirksames Bollwerk gegen Luftattacken wären. Würden sie getroffen, könnten gefährliche Betontrümmer auf die Anlagen fallen. Greenpeace fordert stattdessen die sofortige Abschaltung der fünf am stärksten gefährdeten Atomkraftwerke.

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