Umsatz

Stellenabbau: Shell kämpft gegen niedrigen Ölpreis an

Auch Energieriese Shell sieht sich den erheblich gefallenen Ölpreisen gegenüber und kämpft gegen die dadurch gesunkenen Gewinne an. So plant der Konzern zwar weiterhin die Übernahme der BG Group, anschließend sollen aber rund 10.000 Stellen wegfallen.

Shell© Shell Deutschland Oil GmbH

London/ Den Haag (dpa-AFX/red) - Der Ölpreisverfall setzt dem britisch-niederländischen Energieriesen Shell zu. Mit Produktionskürzungen, einem umfangreichen Stellenabbau und stark eingedampften Investitionen stemmt sich der Konzern wie andere Wettbewerber auch gegen den Preisrutsch. An der umstrittenen Übernahme des britischen Gasförderers BG Group hält Shell unterdessen fest. Diese sei nur noch eine Frage von Wochen, sagte Konzernchef Ben van Beurden am Mittwoch.

Rund 10.000 Jobs sollen abgebaut werden

Im Zuge der geplanten Übernahme des britischen Gasförderers BG sei 2015 und 2016 ein Abbau von etwa 10.000 Stellen in beiden Unternehmen geplant, hieß es. Die Kosten sollen im laufenden Jahr um weitere drei Milliarden Dollar gesenkt werden, nachdem sie bereits 2015 um vier Milliarden Dollar gedrückt wurden. Shell- und BG-Aktionäre müssen der Übernahme in der kommenden Woche noch zustimmen.

Stabile Dividende trotz sinkender Aktien

Die Aktionäre lockt Shell mit einer zumindest stabilen Dividende. Diese solle im laufenden Jahr mindestens 1,88 US-Dollar je Aktie betragen. Genau diesen Wert peilt der Konzern auch für 2015 an. Am Finanzmarkt sackten Shell-Aktien dennoch um knapp vier Prozent ab. BG-Aktien sanken um 2,5 Prozent.

4. Quartal: Gewinn sinkt um mehr als eine Milliarde

Der wichtige bereinigte Gewinn dürfte nach Konzernangaben im Schlussquartal 2015 auf 1,6 bis 1,9 Milliarden US-Dollar gefallen sein, teilte der Konzern nach vorläufigen Berechnungen mit. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,3 Milliarden Dollar. Analysten rechneten im Schnitt mit 1,8 Milliarden Dollar. Der vollständige Quartalsbericht soll am 4. Februar veröffentlicht werden.

Shell-Chef Ben van Beurden zeigte sich mit der Entwicklung im abgelaufenen Jahr dennoch zufrieden. Er hob insbesondere das Tempo bei den Kostensenkungen hervor. Mit der Übernahme von BG werde bei Shell ein neues Kapitel aufgeschlagen, sagte er. Die großen Ölkonzerne sind wegen stark gesunkener Ölpreise stark unter Druck geraten.

Öl kostet weniger als 30 Dollar pro Barrel

Der Ölpreis ist bereits seit längerer Zeit auf einer steilen Talfahrt. Derzeit werden weniger als 30 Dollar für ein Barrel (159 Liter) bezahlt. Mitte 2014 - bevor die Talfahrt richtig begann - waren es bei der Ölsorte Brent noch mehr als 100 Dollar.