Einschätzung unterschiedlich

Steinkohleverband streicht Gelder für RWI

Wegen "unterschiedlicher Einschätzung über Sachverhalte in der deutschen Energiepolitik und die Bedeutung der deutschen Steinkohle" hat der Gesamtverband der deutschen Steinkohle seine Mitgliedschaft im Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) gekündigt. Damit verliert das Institut einen Geldgeber.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Das renommierte Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen verliert offenbar einen wichtigen Geldgeber. Der Gesamtverband der deutschen Steinkohle (GdSt), der im Wesentlichen aus dem Zechenkonzern RAG besteht, hat die Mitgliedschaft beim RWI gekündigt, wie die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Donnerstagausgabe) berichtet.

Institutschef Christoph Schmidt bestätigte dem Blatt die Kündigung des Steinkohleverbandes. Offiziell heißt es im Kündigungsschreiben des Verbandes: "Die Einschätzung über Sachverhalte in der deutschen Energiepolitik und die Bedeutung der deutschen Steinkohle sind unterschiedlich."

Nach Informationen der "Rheinischen Post" war der Kohleverband verärgert über abfällige Bemerkungen eines führenden Institutsmitarbeiters zum Plan von RAG-Chef Werner Müller, angesichts der hohen Koks- und Kohlepreise eine neue Zeche im Ruhrgebiet aufzuschließen. RWI-Chef Schmidt sagte der "Rheinischen Post": "Es ist schade, ein Mitglied zu verlieren. Aber unabhängige Forschung muss sich auch als unabhängig erweisen."