Weiteres Gutachten erforderlich

Steinkohlekraftwerk Lubmin hat offenbar massiven Einfluss auf Bodden

Das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin hat offenbar größere Auswirkungen für den Greifswalder Bodden als in den Antragsunterlagen des dänischen Investors Dong Energy angegeben. Vor allem die Kühlwassereinleitung sei weitaus folgenreicher als bisher angenommen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - Dies sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) unter Berufung auf erste Ergebnisse eines Zwischenberichts des Warnemünder Instituts für Ostseeforschung (IOW) am Donnerstag in Schwerin. Er wies zugleich darauf hin, dass die derzeit vorliegenden Ergebnisse der Studie sich lediglich auf physikalische Effekte beziehen würden. Rückschlüsse auf die ökologischen Auswirkungen werde erst der Abschlussbericht des IOW im Mai geben.

Backhaus kündigte an, dass wegen der nun vorliegenden IOW-Berechnungen mindestens ein weiteres Gutachten erforderlich sei. Trotz der neuen Erkenntnisse halte er einen Baubeginn des Kraftwerks im Dezember noch für möglich.

Der Studie zufolge ist die Ausbreitung der Kühlwasserfahne deutlich größer als bisher angenommen. Durch die Entnahme und Rückleitung von Kühlwasser entstünden zudem Strömungen, die bislang nicht beachtet wurden. Gleichzeitig gebe es Anhaltspunkte für eine Umleitung von Wasser des Peenestroms in den Bodden, sagt Backhaus.

Das IOW-Gutachten ist Bestandteil des Genehmigungsverfahrens zum Kraftwerksbau und wurde vom Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Stralsund in Auftrag gegeben.

Der Energiekonzern Dong Energy plant in Lubmin den Bau eines Steinkohlekraftwerks mit zwei Blöcken mit jeweils 800 Megawatt Leistung. Das rund zwei Milliarden Euro teure Kraftwerk soll 2012 ans Netz gehen.