Preisentwicklung

Steigende Energiepreise verteuern Bus- und Bahntickets

Die Unternehmen im öffentlichen Nahverkehr leiden unter den steigenden Energiekosten. Insbesondere der explosionsartige Anstieg der Spritpreise lässt die Betriebskosten nach Angaben des Rhein-Nahe Nahverkehrsverbunds (RNN) in die Höhe schnellen. Das gilt nicht nur für die Unternehmen in Rheinland-Pfalz.

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Ingelheim/Mainz (dapd/red) - Folge der gestiegenen Energiepreise sei, dass schwach ausgelastete Busverbindungen kritisch hinterfragt und Investitionen vorsichtiger getätigt würden, sagte Sprecher Heiko Ebert in Ingelheim der Nachrichtenagentur dapd. Laut ADAC stieg der Literpreis für Diesel seit Januar dieses Jahres um sechs Cent auf über 1,50 Euro.

Leidtragende sind aber vor allem die Verbraucher. Fahrgäste in Rheinland-Pfalz müssen sich im Dezember auf Tariferhöhungen von gut drei Prozent einstellen. Der RNN etwa schraubt seine Preise um durchschnittlich 3,2 Prozent in die Höhe, wie RNN-Sprecher Ebert ankündigte. So koste eine übertragbare Jahreskarte von Ingelheim nach Mainz/Wiesbaden künftig 95,80 Euro statt bisher 92,50 Euro.

Trotz der jährlichen Tarifrunden nehme das Fahrgastaufkommen aber zu, sagte Ebert. Bei den Zeitkarten habe der RNN 2012 im Vergleich zum Vorjahr Steigerungsraten von gut drei Prozent verbucht, im Freizeitverkehr sogar von mehr als zehn Prozent. Ebert schätzte, dass die Benzinkosten dabei sicherlich eine Rolle spielten und Fahrgäste vermehrt das Auto stehen ließen und auf Bus und Bahn umstiegen.

"Da sind wir konkurrenzlos günstig"

Dagegen sagte der Sprecher der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG), Michael Theurer, die MVG habe im vergangenen Jahr mit 49 Millionen Passagieren zwar einen Rekord erzielt, auf die steigenden Energiekosten allein lasse sich das aber nicht zurückführen. In Anbetracht der hohen Spritpreise müssten noch wesentlich mehr Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, sagte er. "Da sind wir konkurrenzlos günstig", begründete Theurer. Doch auch wenn die MVG ihre Passagiere nach eigener Einschätzung günstig befördert, müssen diese zum Jahresende rund drei Prozent mehr als bisher zahlen.

Die Ursache dafür seien nicht allein die Energiepreise, sondern auch Personalkosten und Investitionen im zweistelligen Millionenbereich, sagte Theurer. Wegen langfristiger Verträge mit den Energieversorgern sei das Unternehmen nicht von kurzfristigen Preisschwankungen betroffen, auf Dauer machten die Teuerungsraten bei Sprit und Strom der MVG aber zu schaffen. "Wir befinden uns da nicht auf einer Insel der Glückseligen", sagte Theurer.

Situation in anderen Bundesländern ganz ähnlich

Ähnliche Berichte laufen dieser Tage aus allen Bundesländern ein. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Tagen bekannt gegeben, aufgrund steigender Energie- und Personalkosten die Ticketpreise erhöhen zu müssen. Manche jedoch versuchen die gestiegenen Kosten (noch) ohne Preiserhöhung aufzufangen, etwa die Betriebe des öffentlichen Nahverkehrs in Rostock, Schwerin und Greifswald.