Strahlung in AKW-Nähe

Stegner für neuen Anlauf zur Aufklärung der Leukämiefälle

Der schleswig-holsteinische SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hat sich für einen neuen Anlauf zur Aufklärung der Leukämiefälle in der Elbmarsch ausgesprochen. Man sei es "den Kindern und den Eltern schuldig" weiterzumachen, sagte Stegner letzte Woche im Kieler Landtag.

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Kiel (ddp-nrd/sm) - Dazu gehöre es, sich mit den Ergebnissen des vom niedersächsischen Landtag beschlossenen Expertengesprächs zu befassen. Zudem müsse durch "erneute Bodenbeprobungen" den unterschiedlichen Untersuchungsergebnissen aus Frankfurt und Minsk weiter nachgegangen werden. Stegner zufolge wird aber eine "schleswig-holstein-spezifische Fortführung der Untersuchungen" gebraucht, die mit Niedersachsen abgestimmt werden müsse.

Stegner plädierte ferner für weitere medizinische Forschungen, um die Ursachen für Leukämie aufzudecken und deren Behandlung zu verbessern. Hier sollte das Elbmarschgebiet Modellregion werden. Es sei unbestreitbar, dass es eine "signifikante Häufung von Leukämie bei Kindern in der Nähe von Atomkraftwerken" gebe. Das habe die jüngste Kinderkrebsstudie "überdeutlich nachgewiesen".

Es könne nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass der normale AKW-Betrieb auch fatale Folgen haben könne, sagte Stegner. Deshalb dürfe der Atomkonsens nicht aufgekündigt werden und müsse im Zweifelsfall für die Menschen entschieden werden.

Stegner erinnerte daran, dass seit 1989 in der Elbmarsch und in Winsen 21 Kinder an Leukämie erkrankten, vier von ihnen starben.