28,2 Millionen Euro Bilanzgewinn

STEAG will im Ausland wachsen

Der Essener Steinkohleverstromer STEAG will in den kommenden Jahren etwa 500 Millionen Euro in den USA, Südamerika und Asien investieren.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Essener STEAG AG will im Ausland wachsen. "Unser Ziel ist es, weltweit jährlich durchschnittlich 500 Millionen Euro zu investieren", kündigte der Vorstandsvorsitzende Dr. Jochen Melchior kürzlich auf der Bilanz-Pressekonferenz in Essen an. "STEAG - The German IPP", heiße der Marktauftritt des Unternehmens, das sich seit Jahren schrittweise vom regionalen Steinkohleverstromer zu einem Player im internationalen Kraftwerksgeschäft entwickelt habe. Neben den USA seien besonders Südamerika und Asien interessante Wachstumsmärkte.

Zufrieden zeigte sich Melchior über das Geschäftsjahr 2000. Die STEAG habe nicht nur das Jahresergebnis, sondern auch einen Großteil der gesetzten Meilensteine erreicht, darunter die Verteidigung der Marktposition als zweitgrößter deutscher Steinkohleverstromer durch die Fortsetzung der engen Zusammenarbeit mit dem Großkunden RWE Power AG, das "Financial Closing" für das 1,5 Milliarden Dollar-Kraftwerk Iskenderun in der Türkei sowie den Zusammenschluss des STEAG-Halbleiter-Equipment-Bereichs mit den amerikanischen Unternehmen Mattson Technology und CFM Technologies. In der Kraftwirtschaft will STEAG die Zusammenarbeit mit dem größten Kunden, RWE Power AG, ausbauen. Voraussetzung hierfür sei eine Einigung über die zukünftige Preisgestaltung der Stromlieferungen an RWE Power. Jene machten nach der Fusion mit VEW 86 Prozent der STEAG-Stromlieferungen im Inland aus. "Die Einigung wird in Kürze gelingen, wenn diese auch weitere deutliche Spuren in unserer Ertragsrechnung hinterlassen wird und uns erneut vor große Herausforderungen auf der Kostenseite stellt", zeigte sich Melchior zuversichtlich.

Durch die Einbringung der Halbleiteraktivitäten in Mattson Technology reduzierte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr der Konzernumsatz der STEAG gegenüber dem Vorjahr um 300 Millionen Euro auf 1,13 Milliarden Euro. Durch die Fusion liegt die Zahl der Mitarbeiter mit 3360 Beschäftigten um etwa 1100 unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte auf 119 Millionen Euro gesteigert werden. Mit 396 Millionen Euro - wovon die Hälfte auf Kapitaleinzahlungen in das IPP-Projekt Iskenderun entfällt - verzeichnet STEAG das höchste Investitionsvolumen in der Unternehmensgeschichte. Das Geschäftsjahr 2000 schließt mit einem Bilanzgewinn von 28,2 Millionen Euro ab. "Die nach wie vor als gut zu bezeichnende Finanzkraft der STEAG und eine unverändert solide Kapitalstruktur eröffnen ausreichend Spielräume für die Umsetzung weiterer strategischer Optionen", sagte Melchior abschließend.