Einsparungen

Steag will bis zu 1.000 Stellen streichen

Bei Steag steht jeder vierte Job auf der Kippe. Das bestätigte der Chef des Unternehmens mehreren Zeitungen. Hintergrund sei die vorzeitige Schließung mehrerer Kraftwerke. Welche Standorte überhaupt und welche als erste vom Netz gehen, wird derzeit noch geprüft.

Energiepreise© Kautz15 / Fotolia.com

Essen - Der Stromproduzent Steag will in Deutschland etwa die Hälfte seiner Kraftwerksblöcke vom Netz nehmen und bis zu 1.000 Arbeitsplätze streichen. "In Deutschland werden wohl 800 bis 1.000 Stellen wegfallen", sagte Steag-Chef Joachim Rumstadt dem "Handelsblatt" (Montag). Nach den derzeitigen Planungen gehe er von einem Arbeitsplatzabbau in dieser Größenordnung aus, bestätigte der Manager auch der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Montag). Damit steht von bundesweit 3.500 Stellen etwa jeder Vierte auf der Kippe. Betriebsbedingte Kündigungen will der Vorstand laut "WAZ" vermeiden.

Kraftwerke werden früher abgeschaltet als geplant

"Wir werden wesentlich schneller als geplant Kraftwerke vom Netz nehmen müssen", erläuterte Rumstadt im "Handelsblatt". Steag hat dem Bericht zufolge in Deutschland acht Standorte mit zwölf Kraftwerksblöcken - davon liegen fünf Standorte im Ruhrgebiet und drei im Saarland. "Etwa die Hälfte dieser Blöcke werden wir wohl vom Netz nehmen." Die Kapazität wird sich dadurch von aktuell 9.000 Megawatt halbieren. Eigentlich habe der Essener Konzern die Anlagen altersbedingt langsam bis 2025 auslaufen lassen wollen. Jetzt müsse dies aber teilweise schneller als gedacht gemacht werden.

Standorte werden noch geprüft

Steag leidet wie viele Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken unter der Energiewende und einem dramatisch gesunkenen Strompreis im Großhandel. Die Zukunft einer Reihe von Kraftwerken des Konzerns sei infrage gestellt. "Wir prüfen derzeit, welche Kraftwerksstandorte wir stilllegen, einmotten oder in einen Auslaufbetrieb bringen werden", sagte Rumstadt der "WAZ". In NRW verfügt die Steag über Kraftwerke in Bergkamen, Duisburg-Walsum, Herne, Lünen und Voerde. Im Saarland hat die Steag zudem Standorte in Bexbach, Völklingen-Fenne und Weiher.

Einbußen beteiligter Städte

Nicht nur Beschäftigte bekommen die Probleme im Kraftwerksgeschäft zu spüren, sondern auch die Ruhrgebietsstädte Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Oberhausen und Dinslaken als Eigentümer der Steag: "Wir haben uns darauf eingestellt, dass wir in den nächsten Jahren keine Ausschüttung der Steag erhalten", sagte Guntram Pehlke, Chef der Dortmunder Stadtwerke, der auch Steag-Aufsichtsratschef ist. Die Städte waren vor einigen Jahren bei der Steag eingestiegen. Pehlke verteidigte in der "WAZ" erneut den Steag-Kauf. "Voraussichtlich ab 2020 erwarten wir wieder eine ordentliche Dividende", sagte er.

Quelle: DPA