STEAG startet Türkei-Projekt

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Die STEAG startete gestern ihr Milliarden-Kraftwerksprojekt Iskenderun in der Türkei: Vertreter von STEAG, der Banken sowie der Anlagen- und Kohlelieferanten in der Verwaltung des Essener Konzerns unterzeichneten gestern Finanzierungs- und Lieferantenverträge. Mit 1,5 Milliarden Dollar ist dieses Steinkohlekraftwerk mit einer Nettoleistung von 2 mal 605 MW die bislang größte Investition in der Geschichte der STEAG. "Wir wollen die Chance und Herausforderung auf dem Weltmarkt als Independent Power Producer mit dem Ziel der Wertsteigerung des Unternehmens STEAG weiter nutzen", sagte der Vorstandsvorsitzende, Dr. Jochen Melchior, bei einem Fototermin für die Presse.


Grundlage des Projektes ist der Stromliefervertrag zwischen der türkischen Projektgesellschaft ISKEN unter der unternehmerischen Führung der STEAG und dem staatlichen türkischen Energieversorgungsunternehmen TEAS mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Ein Viertel finanziert STEAG aus eigenen Mitteln. Die restlichen 1,1 Milliarden Dollar werden von einem Bankenkonsortium bereitgestellt, angeführt von der Dresdner Bank AG der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der WestLB. Der RWE Energie AG wurde eine Option auf Beteiligung an der Projektgesellschaft ISKEN von 25 Prozent angeboten. Das politische Risiko für die Eigenmittel und für die Kredite werden durch eine Kapitalanlagengarantie der Bundesrepublik Deutschland und durch die Exportkreditversicherer der jeweiligen Lieferländer abgesichert.


Partner der STEAG sind namhafte nationale und internationale Unternehmen: Siemens/KWU wird das Kraftwerk als Generalunternehmer schlüsselfertig erstellen. Die zu importierende Steinkohle von jährlich etwa 2,9 Millionen Tonnen SKE wird in Zusammenarbeit mit RAG Trading und Rheinbraun Brennstoff beschafft. Die Entladung der Kohlefrachter, die eine Länge von bis zu 320 m haben und 170.000 Tonnen - zukünftig sogar 240.000 Tonnen - transportieren können, wird über spezielle Entladeschiffe erfolgen.