Statistisches Bundesamt: Sondervertragskunden sind die Gewinner des liberalisierten Strommarkts

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Die Durchschnittserlöse der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (ohne Mehrwertsteuer und 1999 erstmals einschließlich Stromsteuer) erreichten 1999 nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in den neunziger Jahren einen Tiefstand von durchschnittlich 16,9 Pfennig je Kilowattstunde (Pf/kWh), nachdem sie seit 1991 zunächst von 18,4 Pf/kWh bis 1993 auf 19,2 Pf/kWh angewachsen, danach aber kontinuierlich geschrumpft waren. Die Abnahme der Durchschnittserlöse wurde hauptsächlich durch die Sondervertragskunden in Industrie und Großgewerbe bestimmt, die für die Kilowattstunde im Jahr 1991 15,1 Pfennig, 1993 auf höchstem Niveau 15,5 Pfennig und 1999 nur noch 11,9 Pfennig zahlten. Bei den Haushaltskunden erzielten die Stromversorger 1999 mit 24,0 Pf/kWh den höchsten Durchschnittserlös - 1991 betrug er 21,3 Pf/kWh. Während sich 1999 die Kilowattstunde Strom für die Letztverbraucher, also die Gesamtheit der Stromverbraucher, gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent verbilligte, betrug der Erlösrückgang der Stromversorger bei den Haushaltskunden nur 0,5 Prozent, bei den Sondervertragskunden jedoch 10,4 Prozent.


Insgesamt haben die Stromversorger im Jahr 1999 an Letztverbraucher 450,7 Milliarden Kilowattstunden Strom abgegeben. Die privaten Haushalte hatten einen Anteil von 131,3 Milliarden Kilowattstunden (29 Prozent) am Gesamtabsatz und waren damit die größte Abnehmergruppe innerhalb der Tarifkunden. Hauptabnehmer von Strom waren mit 270,9 Milliarden Kilowattstunden (60 Prozent) die Sondervertragskunden in Industrie und Großgewerbe. Verglichen mit dem Vorjahr wurden an diese 1999 0,8 Prozent mehr Strom abgeben (Haushalte + 0,6 Prozent).


Die Erlössituation der Gasversorger zeigt zwischen den Jahren 1991 und 1995 eine fallende Tendenz und erreichte 1999 wieder das Niveau von 1995. Die erzielten Durchschnittserlöse betrugen 1999 insgesamt 3,5 Pf/kWh, im Produzierenden Gewerbe 2,5 Pf/kWh und bei privaten Haushalten 5,2 Pf/kWh (vorläufiges Ergebnis). Insgesamt verbilligte sich 1999 die Kilowattstunde Gas gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent, im Produzierenden Gewerbe um 4,6 Prozent und bei den privaten Haushalten um 1,9 Prozent. Insgesamt haben die Gasversorger im Jahr 1999 927,7 Milliarden Kilowattstunden Gas an Letztverbraucher abgegeben. 527,2 Milliarden Kilowattstunden (56,8 Prozent) wurden an das Produzierende Gewerbe, 293,0 Milliarden Kilowattstunden (31,6 Prozent) an die privaten Haushalte geliefert. Während die gesamte zu verteilende Gasmenge gegenüber dem Vorjahr annähernd gleich blieb, wurde eine etwas geringere Nachfrage im privaten Sektor durch das Produzierende Gewerbe kompensiert.