Braunkohe rückläufig, Erneuerbare legen zu

Statistik: Energieverbrauch in Deutschland steigt leicht an

Durch hohe Preise und milde Witterungen ist der Energieverbrauch in Deutschland nur leicht angestiegen. Wichtigster Energieträger ist nach wie vor Mineralöl, jedoch legte der Erdgasverbrauch kräftig zu, der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch wurde von 4,7 auf 5,3 Prozent gesteigert.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Köln (red) - Der Energieverbrauch in Deutschland ist 2006 leicht angestiegen. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) berechnete einen Zuwachs von 1,2 Prozent auf 493,6 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten, das entspricht 14 464 Petajoule, gegenüber dem Vorjahr. Gebremst wurde der Zuwachs durch die milde Witterung in den letzten Monaten des Jahres sowie das hohe Preisniveau.

Mineralöl bleibt wichtigster Energieträger

Beim Mineralöl standen einem deutlich höheren Verbrauch von Diesel, Heizöl und Flugbenzin Verbrauchsrückgänge bei Ottokraftstoffen und Chemiebenzin gegenüber. Insgesamt erhöhte sich der Mineralölverbrauch um 0,2 Prozent auf 176,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. Mit einem Anteil von über 35 Prozent bleibt Mineralöl der mit Abstand wichtigste Energieträger in Deutschland. Förderlich für den Mineralölabsatz waren der aus steuerlichen Gründen vorgezogene Heizöleinkauf vieler Verbraucher sowie die fallenden Preise im letzten Quartal, so die AGEB.

Erdgasverbrauch gestiegen

Der Erdgasverbrauch erhöhte sich 2006 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 112,6 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten. In der Stromerzeugung stieg der Erdgaseinsatz kräftig um rund vier Prozent. Auch die Industrie verbrauchte mehr Erdgas als im Vorjahr. Die Auswirkungen der kalten Witterung in den ersten vier Monaten und des ungewöhnlich milden letzten Quartals auf den Bedarf an Raumwärme glichen sich in etwa aus, sodass der Erdgasverbrauch im Bereich Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen auf Vorjahresniveau lag.

Braunkohle rückläufig, Kernkraft gestiegen

Der Verbrauch von Steinkohlen lag mit 64,0 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 1,7 Prozent über dem Vorjahr. Zu dieser Entwicklung trugen sowohl die höhere Nachfrage der Elektrizitätswirtschaft als auch der Stahlindustrie bei. Der Braunkohlenverbrauch war wegen geringerer Kraftwerksverfügbarkeit mit 53,7 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten um 1,5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Stromerzeugung in den Braunkohlenkraftwerken verringerte sich entsprechend. Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent.

Der Beitrag der Wasserkraftwerke und Windkraftanlagen stieg insgesamt um rund 9 Prozent. Die Stromerzeugung aus Windenergie nahm um 12 Prozent, diejenige aus Wasserkraft um knapp 4 Prozent zu. Der Verbrauch von sonstigen Energieträgern stieg gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belief sich 2006 auf 5,3 Prozent gegenüber 4,7 Prozent im Vorjahr.

Weiterführende Links