Börsen erweitert

Start des Strom-Spotmarkts Schweiz an EEX und EXAA

Der Start der European Energy Exchange (EEX) am Montag für den Spotmarkt Schweiz war nach Angaben der Leipziger Strombörse sehr erfolgreich. Auch die österreichischen Energiebörse EXAA startete einen Stromspotmarkt für die Schweiz. Der eidgenössische Nationalrat öffnete jetzt den Strommarkt für Gewerbetriebe.

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Leipzig/Wien/Bern (red) – An der EEX wurde für jede Stunde ein Preis ermittelt, zehn von insgesamt 15 zugelassenen Teilnehmern haben sich am Handel beteiligt. Zum ersten Mal wurde für die Schweiz, die ein eigenes Marktgebiet mit separater Preiskalkulation bildet, der Swiss Index (Swissix) festgestellt. Dabei handelt es sich um den Durchschnittspreis der für den Folgetag gehandelten 24 Stunden. Für den Swissix Day Base wurde ein Preis von 60,83 Euro pro Megawattstunde und für den Swissix Day Peak ein Preis von 72,95 Euro pro Megawattstunde ermittelt. Insgesamt wurde ein Volumen von 1.878,5 Megawattstunde gehandelt.

An der EXAA bildet die Handelszone Schweiz wegen derzeit bestehender Transportkapazitätsengpässe an den grenzüberschreitenden Übertragungsleitungen einen separaten Marktplatz mit einer eigenen, von den anderen Handelszonen unabhängigen Preisbildung durch eine tägliche Auktion um 11:30 Uhr, so eine Mitteilung der Börse.

"Mittelfristig hat die Schweiz das Potential, aufgrund ihrer geografischen Lage zu einer der führenden Drehscheiben für den Stromhandel in Europa zu werden, wenn sie ihren Strommarkt dem EU-Binnenmarkt weiter annähert und öffnet", ist Jürgen Wahl, kaufmännischer Vorstand der EXAA überzeugt. "Unsere Vision besteht darin, mittel- bis längerfristig einen länderübergreifenden Stromhandel im Alpenraum sowie in Zentral- und Südosteuropa zu entwickeln. Mit dem heutigen Marktstart in der Schweiz sind wir dieser Vision einen Schritt näher gekommen."

Der Schweizer Nationalrat hat am Montag entschieden, dass sich Gewerbebetriebe zusammenschließen können, um vom freien Marktzugang zu profitieren. Wenn sie mehr 100 Megawattstunden beziehen, sollen sie wie Grosskunden auf dem Markt den günstigsten Strompreis suchen können. Ständerat und Nationalrat waren sich grundsätzlich einig, den Elektrizitätsmarkt in zwei Etappen zu liberalisieren: zuerst für Grosskunden mit einem Verbrauch von über 100 Megawattstunden und erst nach fünf Jahren für Haushalte und Gewerbebetriebe. Außerdem soll eine nationale Netzgesellschaft gegründet werden.

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