Standpunkt: VKU gegen Zerschlagung der Veag

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Die Vorsitzenden der Landesgruppen des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) in den neuen Bundesländern sorgen sich um die Entwicklung des Wettbewerbs auf dem ostdeutschen Strommarkt: In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie in Berlin, das ostdeutsche Verbundunternehmen Veag durch ein neues Wachstumskonzept zu stabilisieren. Dazu sollen die Veag, die ostdeutschen Braunkohleunternehmen und die regionalen Stromversorger in den neuen Ländern zu einem einzigen Unternehmen verschmolzen werden. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Fusionen RWE/VEW und Veba/Viag bedürfe es dringend einer dritten Kraft in Deutschland, um den Wettbewerb auf dem Strommarkt nicht durch das Bestehen eines Duopols auf der Anbieterseite wieder einschlafen zu lassen. Die westdeutschen Stromkonzerne sollten sich parallel von den Veag-Aktien und ihren Anteilen an den ostdeutschen Regionalversorgern trennen. Es sollte ein neuer strategischer Partner gefunden werden, der auch für ostdeutsche Stadtwerke wettbewerbsfähige Bezugspreise sicherstellen kann.


Schon bisher hätten die Veag und die Regionalversorger ihre Stromnetze nur unzureichend und einseitig für den Wettbewerb geöffnet, was dazu geführt habe, dass sich der Preisnachteil für die ostdeutschen Stadtwerke und Stromkunden gegenüber den Kunden in den alten Bundesländern nur langsam abbaut. Auch das von Bundeswirtschaftsminister Müller verfolgte Stabilisierungsmodell, das eine Übertragung des Stromhandelsgeschäfts auf die westdeutschen Anteilseigner zur Folge hätte, würde seinem Namen nicht gerecht und nur zu einer Aushöhlung der Veag führen. Damit gingen für die VKU-Unternehmen im Wettbewerb nicht nur ein zusätzlicher Stromanbieter, sondern auch wichtige ostdeutsche Standorte, Wertschöpfung und Arbeitsplätze verloren.


(ots)