Standpunkt: Verbraucher dürfen nicht unter Problemen bei der Liberalisierung im Strommarkt leiden

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Die Liberalisierung des Strommarktes ist nicht so weit vorangeschritten wie von der Politik gewünscht. Viele Stadtwerke in Deutschland verweigern die Durchleitung - und sperren damit ihre Kunden von alternativen und preisgünstigen Lieferanten ab. Die Berliner Firma astromo.de GmbH, selbst nicht Lieferant, aber Online-Plattform für das Strompooling in Deutschland, hat eine ungewöhnliche Aktion gestartet: Verbraucher, die sich bereits im astromo.de-Pool angemeldet haben, aber (noch) nicht beliefert werden können, erhalten einen Ausgleich von 20 Mark. Das Geld wird den im Pool angemeldeten Kunden, die zum 1. April nicht beliefert werden können, automatisch auf das bei der Antragstellung angegebene Konto überwiesen.


Die von astromo.de gezahlten 20 Mark pro Verbraucher basieren auf einer Musterkalkulation. In Deutschland werden derzeit durchschnittlich 28,88 Pfennig pro Kilowattstunde (kWh) bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3200 kWh pro Haushalt bezahlt. Das sind auf den Monat umgelegt 77,01 Mark Stromkosten. Würde der gleiche "Durchschnittshaushalt" den Strom über den astromo.de-Pool beziehen, käme dies einer monatlichen Kostenersparnis von 14,35 Mark gleich. astromo.de hat diesen Betrag auf 15 Mark aufgerundet und einen "Anti-Ärger-Obolus" von 5 Mark draufgelegt. "Leider gibt es unter den Anmeldungen zu unserem Strompool Haushalte, bei denen sich die Durchleitung verzögert. Diese Haushalte werden bis auf weiteres von ihrem Altversorger beliefert. Wir meinen jedoch, dass der Verbraucher nicht darunter leiden darf, dass die Marktliberalisierung nicht so schnell vorangekommen ist wie von der Politik geplant. Dies ist für uns Grund genug, diejenigen Verbraucher, die noch warten müssen, finanziell zu entschädigen", erklärt Florian Tetzlaff, Mitgründer und Geschäftsführer der astromo.de GmbH. Nach seinen Angaben sind davon weniger als 200 Haushalte aus dem Pool betroffen.