Standpunkt: Typisch Netzbetreiber!

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com
Und wieder ein Fall von Blockade - BEWAG gegen Zeus! Zum Vorgehen des Berliner Regionalversorgers Bewag gegen die Zeus Strom AG Hamburg erklärt Robert H. Kyrion, Vorsitzender des Verbandes der freien Energiediensleister (FEDV):


Im Vorfeld wirkt es schon befremdlich, wenn ein neuer Stromanbieter eine Bürgschaft für die Übernahme von Kunden beim örtlichen Netzbetreiber hinterlegen muss. Per Gesetz gibt es die Kriterien zur Erlangung der §3 -Genehmigung zur Versorgung von Letztverbraucher (Technische und Wirtschaftliche Kompetenz) - jetzt lässt man sich wieder etwas Neues einfallen und macht seine eigenen Gesetzmäßigkeiten wie z.B. der "Zwang" einer Bankbürgschaft.


Darüber hinaus werden Kunden gezwungen, langlaufende Verträge zu akzeptieren, wenn Sie versorgt werden. Dies würde ja auch bedeuten, dass z.B. bei einem Umzug bei Einschalten des Lichtes sofort ein Jahresvertrag mit dem örtlichen Netzbetreiber geschlossen wäre. Dies ist definitiv falsch. Im Rahmen seiner Versorgungspflicht kann der Netzbetreiber ohne Unterschrift eines entsprechenden Vertrages lediglich für die Inanspruchnahme der Versorgung mit einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende die üblichen "Gebühren" verlangen. Im Übrigen werden langlaufende Verträge der neuen Stromanbietern von den Verbraucherverbänden nicht als besonders kundenfreundlich betrachtet - es sollte davon auszugehen sein, dass dies auch für die örtlichen Netzbetreiber / Stromanbieter in gleichem Maße gilt.


Nach der Diskussion um solche Stilblüten wie Zählerausbau, -abschaltung und -gebühren und Um- und Anmeldegebühren kommt hiermit nun das Nächste. Damit ist jetzt Schluss - der FEDV bietet allen Stromverbrauchern und Stromanbietern die Möglichkeit, sich entsprechend bei solchem "Geschäftsgebaren" zu melden, damit ein einheitliches Vorgehen umgesetzt und eine klare Regelung angeregt und durchgesetzt werden kann.


Im Sinne eines fairen Wettbewerbs bittet der FEDV hiermit auch alle Netzbetreiber sich zukünftig an der gesetzlichen Diskriminierungsfreiheit zu orientieren und auch die neuen Stromanbietern als Partner im Sinne des Kunden und der Dienstleistung zu betrachten - denn auch jeder einzelne von uns ist Kunde - und der Kunde ist König - hoffentlich bald auch im liberalisierten Strom-Deutschland.