Standpunkt: Transparenz bei Strompreisen zwingend notwendig!

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
"Im Hinblick auf die unserer Meinung nach nicht zulässigen Fusionsvorhaben der vier deutschen Ex-Monopolisten und der kontinuierlichen Blockadepolitik von diskriminierungsfreien Durchleitungsentgelten durch die Netzbetreiber bzw. der Stadtwerke ist die Transparenz der Strompreise nach fast zwei Jahren Liberalisierungsbemühungen zwingend notwendig" so Robert H. Kyrion, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der freien Energiedienstleister e.V.(FEDV). "Unserer Meinung nach stellen sich die Netzbetreiber entgegen ihrer eigenen Behauptung die erhobenen Durchleitungskosten nicht in gleicher Höhe in Rechnung wie sie dies von den neuen unabhängigen Anbietern fordern. Auch stammt die Grundlage der Berechnung für die aktuell erhobenen Netznutzungsgebühren immer noch aus Monopolzeiten und ist nicht entsprechend den heutigen aktuellen Marktbedingungen angepasst." so Kyrion weiter.


Aus diesem Grund muss zukünftig nach Meinung des FEDV auf allen Kundenrechnungen (Privat, Gewerbe und Industrie) mindestens die Zusammensetzung des Strompreises in die Komponenten: Erzeugungs-/Handelspreis, Konzessionspreis (kommunale Abgabe) sowie Durchleitungspreis dargestellt werden (zuzgl. Öko- und Umsatzsteuer) - denn nur so kann gewährleistet werden, dass die "objektiven" Entgelte wie Konzessionsabgabe und Durchleitungsgebühr tatsächlich für alle Anbieter gleich sind. Mit einer solchen Maßnahme zu einer echten Strommarkt-Liberalisierung würde auch dem aktuellen Energiewirtschaftsgesetz tatsächlich einmal Rechnung getragen - und die Diskriminierung von neuen unabhängigen Anbietern reduziert. "Sollte unsere Aussage zu der beschriebenen Diskriminierung nicht stimmen, dann haben die Netzbetreiber sicherlich auch kein weiteres Problem damit, unsere Forderung zum Wohle eines echten und fairen Wettbewerbs zu erfüllen." so Kyrion.


Wie die Auflagen für flächendeckend fusionierte Ex-Monopolisten aussehen sollen, ist allerdings noch völlig unklar - die tatsächliche Einhaltung von wettbewerbsverhindernden Maßnahmen ist bei der geringen Personalstärke für den Energiebereich in Brüssel und der Kartellbehörde in Bonn weder kontrollierbar noch im Falle eines Verstoßes verfolgbar - wobei dann der Zustand eines tatsächlich gestärkten Monopols statt eines liberalisierten Strommarktes leider zementierte Realität werden könnte. Über diesen Umstand kann und darf auch nicht das kontinuierliche Verweisen auf Liberalisierungsproblematiken anderer Staaten hinwegtäuschen - wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!


Letztlich bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass in letzter Zeit nur noch von Auflagen für die Megafusionen zu hören ist, aber nicht mehr von einem möglichen Verbot - eine Vorentscheidung lässt sich im Sinne des Wettbewerbs daraus hoffentlich nicht ableiten.


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