Standpunkt: SWM vereinfachen die Stromdurchleitung

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus einem Statement von Dr. Kurt Mühlhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München (SWM). Ab Mai 2000 rechnen die SWM mit einem stark vereinfachten analytischen Verfahren ab. Im Zuge der Vorbereitung auf den Wettbewerb arbeiten die Stadtwerke München bereits seit langem unter Hochdruck an einem Verfahren, das die Abwicklung der Durchleitung von Fremdstrom zu bisherigen SWM-Tarifkunden auch ohne zusätzliche teure Meßgeräte ermöglichen soll. Im Moment überbrücken die SWM - wie die Mehrzahl der Energieversorgungsunternehmen - die Zeit bis zur Einführung und Installation EDV-gestützter Abrechnungsverfahren beim Versorgerwechsel, indem sie für etwaige Fremdstromlieferanten den Strom beistellen. Die Beistellung dient lediglich als Übergangslösung. Sie ist jedoch gängige Praxis in der Bundesrepublik, denn immer noch fehlen branchenweit die technischen Voraussetzungen für die EDV-Abwicklung im Massengeschäft. Am Rande sei hier erwähnt, dass auch die beim Bundeskartellamt gegen die SWM GmbH wegen dieser Praxis klageführenden Unternehmen Yello und EnBW die Beistellung in anderen Fällen akzeptiert haben, bzw. selbst praktizieren. Als leistungsstarker Wettbewerber sind die SWM selbst an einer schnellen Einführung und Installation eines kundenfreundlichen Abrechnungsverfahrens für die Durchleitung interessiert. Als größtes kommunales Unternehmen in der Bundesrepublik sehen wir gute Chancen, unsere günstigen Strompreisangebote auch außerhalb unseres klassischen Versorgungsgebietes zu vermarkten und neue Stromkunden dazuzugewinnen. Die Stadtwerke München werden ihrerseits ab dem 1. Mai 2000 ein stark vereinfachtes Durchleitungsverfahren anwenden, mit dem ein möglicher Fremdstromlieferant im SWM-Versorgungsgebiet abgerechnet werden kann. Die Durchleitung folgt dem analytischen Ansatz, d.h. die Stromeinspeisung der Händler und die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung werden auf Grundlage stark vereinfachter analytisch ermittelter Lastgänge abgerechnet. Hierbei wird zunächst die Gesamtlastkurve der SWM GmbH zugrunde gelegt. Das Durchleitungsentgelt berechnet sich entsprechend den Regelungen der Verbändevereinbarung. Das beschriebene Durchleitungsverfahren kann - wie schon die Beistellung - insbesondere wegen der nach wie vor fehlenden Software für die komplizierten Abrechnungsvorgänge jedoch lediglich eine Übergangslösung sein.