Standpunkt: strom magazin - Diskussionsforum ergänzen

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Robert H. Kyrion, Vorsitzender des Verbandes der freien Energiedienstleister e.V. (FEDV) äußert sich zum neuen Diskussionsforum des strom magazins: Wir begrüßen ausdrücklich das Diskussionsforum auch als einen Indikator, welche möglichen Fehler von Seiten der neuen Anbieter immer noch gemacht werden - wir sind um schnellstmögliche Abhilfe bestrebt. Wir würden uns allerdings auch darüber freuen, wenn die aktiven Leser ebenfalls posten könnten, mit welchen fragwürdigen Geschäftspraktiken bzw. Verhinderungen sie von den Vor-Ort-Versorgern beim Wechsel behindert werden - das würde uns ebenfalls bei der Behebung von Problemen helfen.


Aktuelle Verhinderungs-Beispiele sind z.B.: Androhung von Stromabschaltung, Androhung von Zählerausbau und -abschaltung, Erhebung einer Wechsel bzw. Anmeldegebühr, Versenden von weiteren Zahlungsaufforderungen, kein Abschluss des Netzanschlussvertrages, keine Durchleitungsvereinbarung, keine Kündigung, etc. Vielleicht können die Leser diese Liste ergänzen bzw. belegbare Beispiele posten/zusenden - denn nur so kommt tatsächlich Bewegung in die Preise und in den Markt. Die Preise können ohne Probleme um mindestens weitere 30 Prozent reduziert werden, wenn die etablierten Anleger ihre Netznutzungsentgelte (Durchleitung) der Realität anpassen würden. Die Kommunen haben übrigens durch die gesetzlich festgelegten Konzessionsabgaben keinerlei Einnahmeeinbußen.


Die Probleme, welche die neuen Anbieter beschreiben, sind in der Regel tatsächlich durch die Netzbetreiber verursacht, auch wenn es schon lange nicht mehr so sein dürfte - aber die Stromlobby ist auch in der Politik sehr stark... Verzögerungen sind fast immer durch die Praxis der Netzbetreiber bestimmt, denn diese bestehen beispielsweise immer auf der Vorlage der Originalunterschrift des Kunden, d.h. das zeitgünstige Fax darf nicht verwendet werden, sondern alles muss schön säuberlich per Post versendet, dann den Postweg im Unternehmen durchlaufen, bis es dann irgendwann von einem unmotivierten Sachbearbeiter gesichtet, gestempelt, registriert und dann an die Netzabteilung zur Weiterbearbeitung weitergeleitet wird. Dort dauert es dann eine unbestimmte Zeit bis der Vorgang zur Prüfung kommt und die vorhandenen Daten abgeglichen werden. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht noch erwähnenswert, dass als modernstes Datenregistrierungsprogramm hier das antiquierte Excel zur Anwendung kommt - und so geht's weiter - alles geht seinen bürokratischen Gang - aber wehe, etwas ist nicht sofort eindeutig - dann geht alles zum neuen Lieferanten zurück, der muss noch mal beim Kunden nachfragen (der empfindet es verständlicherweise als lästig), dann dokumentieren und alles geht beim Netzbetreiber wieder von vorne los - aber wehe....(siehe oben).


Zu guter Letzt möchten wir noch auf folgenden, immer realistisch werdenden, Umstand hinweisen: Wer seinen alten Stromversorger nicht wechselt, hat eines bald wieder - seine alten (hohen) Strompreise!


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