Standpunkt: Kraftwerksstilllegungen sind duopolistische Augenwischerei

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Die von den Energieunternehmen E.ON und RWE geplanten Stilllegungen von Kraftwerken sind aus Sicht der Berliner LBD-Beratungsgesellschaft mbH Teil einer Theaterkulisse, die den momentanen künstlichen Anstieg der Strompreise untermauern soll. "In Wahrheit betreffen die Stilllegungen Kraftwerke der sogenannten Kalten Reserve oder alte, unwirtschaftliche Anlagen, die schon heute nicht mehr am Netz sind", so die Experten der LBD-Beratungsgesellschaft. Die verkündeten Abschaltungen hätten daher aller Voraussicht nach keine Auswirkungen auf das Marktpreisniveau.


Die LPD-Berater sehen in der Verhaltensweise der Konzerne die Befürchtungen des Kartellamts bestätigt: Sie zeigen duopolistisches Verhalten und üben marktbestimmende Macht aus. In ihrer Einschätzung berufen sich die Berater aus Berlin insbesondere auf die unternehmenseigene Kraftwerksdatenbank. Diese beinhaltet öffentlich zugängliche Informationen und aktuelle Marktentwicklungen mit ihrer Wirkung auf Kraftwerke. Dadurch werden mittel- bis langfristige Strompreisvorausschauungen möglich.


Mit diesen Erkenntnissen zeichnen die Berater zwei mögliche Szenarien, die einen echten Wettbewerb im deutschen Erzeugungsmarkt entstehen lassen und einem Preisanstieg entgegen wirken können. Uwe Hilmes, Bereichsleiter Energiewirtschaft der LBD, erläutert: "Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei dem Merger der VEAG zuteil. Der Zuschlag für einen ausländischen Wettbewerber mit seinen Erzeugungsressourcen könnte sich entsprechend positiv auf den deutschen Erzeugerpreis auswirken und der drohenden Duopolbildung entgegen treten." Und Bernhard Lokau, ebenfalls Bereichsleiter Energiewirtschaft, ergänzt: "Bei einer von der EU bereits eingeforderten Liberalisierung des deutschen Gasmarkts und der damit wohl einhergehenden Gaspreissenkung erwarten wir tatsächlich eine preisrelevante Bereinigung des deutschen Kraftwerkparks, da dann weitere Kraftwerke vom Erzeugungsmarkt verdrängt werden."