Standpunkt: Kraftwerksbetreiber spielten mit falschen Karten

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Als direkte Reaktion auf die Ankündigung von Kraftwerksschließungen durch den Energiekonzern E.ON (das strom magazin berichtete, bitte lesen Sie hier), wirft die Umweltschutzorganisation Greenpeace dem Kraftwerksbetreiber vor, bei den Verhandlungen zum Atomausstieg mit falschen Karten gespielt zu haben. Generell begrüße man die Stillegung eines jeden Atomkraftwerks. "Wenn Stade als zweitältestes Atomkraftwerk Deutschlands vom Netz geht, gibt es ein erhebliches Sicherheitsrisiko weniger", heißt es in der Erklärung. Allerdings hält Greenpeace die drei Jahresfrist für unnötig und gefährlich. Das Kraftwerk sei marode, das Risiko eines Atomunfalls hoch, ein finanzieller Schaden bei einer früheren Abschaltung des Kraftwerks entstünde den Betreibern nicht.


Die Vorwürfe: Die angekündigte Stillegung des AKW Stade zeige, dass die Betreiberin E.ON (ehemals PreussenElektra AG und Bayernwerk AG) mit falschen Karten bei den Verhandlungen um den Atomausstieg gespielt hätte. Vor wenigen Monaten noch hätten die Atomkraftwerksbetreiber der Bundesregierung mit Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe gedroht. "Jetzt gesteht E.ON ein, dass zum Beispiel mit Stade ohnehin keine müde Mark mehr zu verdienen ist", so die Umweltschützer von Greenpeace. Zugeständnisse bei der Sicherheit und vertraglich zugesicherte Restlaufzeiten für Atomkraftwerke seien der luxuriöse Gewinn des Atompokers für die Atomindustrie.


Über die Ankündigung von E.ON, in Zukunft unter Umständen Strom aus dem Ausland, beispielsweise der Tschechischen Republik, zu importieren, zeigt sich Greenpeace empört. Das belege, wie verantwortungslos die Geschäftspolitik von E.ON ist.