Standpunkt: Etliche Fragen zur Neuordnung des Energiemarktes sind noch offen

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Zu dem Verkauf der VEAG-Anteile an HEW und Vattenfall erklärt Jürgen Türk, Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für die neuen Länder:


Die Energieriesen E.ON Energie und RWE haben hoch gepokert und - gewonnen. Buchstäblich bis zur letzten Minute präsentierten sie neue Kaufinteressenten für den von ihnen zu veräußernden angeschlagenen ostdeutschen Braunkohle-Verstromer VEAG. Sie trieben damit die aus ihrer Sicht anfangs "frustrierend niedrigen" Kaufgebote systematisch in die Höhe.


Das setzte die Hamburgischen Electricitätswerke (HEW) und ihre schwedische Muttergesellschaft Vattenfall, den Wunschpartner der VEAG, offenbar massiv unter Druck. Die HEW musste am Ende deutlich mehr Geld für die VEAG auf den Tisch legen, als geplant. Zum ebenfalls vorgesehenen Erwerb des ostdeutschen Regionalversorgers Envia und der Mitteldeutschen Braunkohle AG (Mibrag) reichte es dann nicht mehr. Problematisch ist auch, dass es aufgrund massiver Gegenwehr von Southern Energy bislang noch nicht gelungen ist, die Berliner Bewag mit ins Boot zu holen.


Bleibt nur zu hoffen, dass der verbliebene finanzielle Spielraum der HEW noch groß genug ist, um die wirtschaftliche Talsohle bei der VEAG auszugleichen und ein leistungsstarkes Unternehmen aufzubauen. Wenn die zweite Privatisierung der VEAG scheitern und es nicht gelingen sollte, im Osten eine vierte Kraft auf dem deutschen Energiemarkt zu etablieren, wäre das verheerend. Dann stünden in der Braunkohle und dem Energiesektor der neuen Bundesländer viele tausend Arbeitsplätze zur Disposition.