Standpunkt: e.dis setzt die Verunsicherungsstrategie der Kunden fort

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Der Berliner Energieversorger ares zeigt sich über die Praktiken der e.dis Energie Nord AG empört: „Seit dem 1. Januar 2000 sollen die Preise für die Nutzung des Stromnetzes laut Gesetz vom Netzbetreiber ausgewiesen werden. Zur Zeit herrscht jedoch völliger Wildwuchs im Vorgehen der Netzbesitzer. So versucht beispielsweise der ostdeutsche Versorger e.dis durch dubiose Mitteilungen an die Kunden, das Netzanschlussentgelt doppelt zu kassieren. "Das ist unglaublich", empört sich Andreas Rose, Vorstandsvorsitzender der ares Energie AG, und versichert: "Für unsere Kunden bezahlen selbstverständlich wir das Netzanschlussentgelt." ares hat seine Kunden im e.dis-Gebiet angeschrieben, um ihnen die vom ehemaligen Monopolisten geschürte Verunsicherung zu nehmen. "Wir informieren unsere Kunden, dass sie an e.dis nichts bezahlen müssen, da der Preis für das Netzanschlussentgelt bereits im ares-Strompreis enthalten ist", erklärt Rose. Darüber hinaus seien die avisierten 24 Pf/kWh für die Netznutzung viel zu hoch.


ares wird auf jeden Fall im Sinne des Verbrauchers gegen die hohen Netznutzungsentgelte gerichtlich vorgehen. "In Deutschland sind die Durchleitungspreise viel zu teuer, " stellt Rose fest. In den skandinavischen Ländern mit grundsätzlich vergleichbaren Lebenshaltungskosten zahle der Verbraucher nur einen Bruchteil dessen, was in Deutschland verlangt werde. In Skandinavien liegt der Mittelwert der Durchleitungsentgelte bei lediglich zehn Pfennigen.


Grundsätzlich jedoch begrüßt der Vorstandsvorsitzende der ares Energie AG die Trennung von Stromkosten und Durchleitungskosten. "Es wird Zeit, dass der Kunde endlich Klarheit über seine Stromkosten gewinnt, und die noch immer herrschende Willkür bei der Festlegung der Netznutzungsentgelte durch die Netzbetreiber ein Ende findet." In seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der freien Energiedienstleister e.V. unterstreicht Andreas Rose die Forderung des Verbandes nach einer gesetzlichen Regelung zur Preisgestaltung und Überwachung. "Nur wenn die Politik endlich ihrer Überwachungs- und Ordnungsaufgabe nachkommt, werden die extrem hohen Netznutzungsentgelte endlich ins Rutschen kommen, und nur dann wird ein fairer Wettbewerb auf einem wirklich freien Markt zum Vorteil des Kunden möglich sein."