Standpunkt: CSU-Landesgruppe sieht Umweltbundesamt auf dem Holzweg

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Zur kürzlich vom Umweltbundesamt herausgegebenen Presseerklärung zur Nutzung von Holz zur Energieerzeugung erklärt der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Albert Deß:


Das Umweltbundesamt hat Recht, wenn es darauf hinweist, dass Holz als Energieträger Umwelt und Ressourcen schont. Seine Experten sind aber auf dem Holzweg, weil sie große Holzfeuerungen grundsätzlich als sauber und effizient, kleine Holzheizungen in Wohnhäusern aber als ineffizient und emissionsträchtig bezeichnen. Das Gegenteil ist heute oft der Fall. Die häuslichen Holzheizungen haben inzwischen einen derart hohen technischen Stand erreicht, dass die Wirkungsgrade bei 85 Prozent bis 90 Prozent und darüber liegen. Umgekehrt geht bei großen Holz-Heizkraftwerken durch Leitungsverluste ein erheblicher Teil der erzeugten Energie verloren, bevor sie beim Verbraucher ankommt.


Mit der Bevorzugung großer Anlagen offenbart das Umweltbundesamt eine mangelhafte Kenntnis des ländlichen Raumes. Anfallendes Schwachholz aus bäuerlichem Waldbesitz ist am sinnvollsten eingesetzt, wenn es in den landwirtschaftlichen Wohngebäuden oder der dörflichen Nachbarschaft "eingeheizt" wird. Ein Abtransport mit dem Lkw in entfernte Kraftwerke wäre auch unter Umweltaspekten Unsinn.


In Bayern erreichte Biomasse bereits im Jahr 1995 einen Anteil von rund 3,2 Prozent am Primärenergieverbrauch, weit mehr als im Bundesdurchschnitt. Dies ist ganz entscheidend auf die weit über 500.000 Holzheizungen im Freistaat zurückzuführen. Holz als einheimischen, erneuerbaren Energieträger zu nutzen, ist für viele Menschen im ländlichen Raum eine Selbstverständlichkeit, ohne dass sie dazu irgendwelche Belehrungen vom Umweltbundesamt benötigen.


(ots)