Emissionshandel

Stahlindustrie sieht wegen Energiekosten 20 000 Arbeitsplätze bedroht

Kaum haben Wirtschafts- und Umweltministerium ihre Pläne für die Fortführung des Emissionshandels ab 2008 veröffentlicht und die Stromwirtschaft daraufhin Strompeiserhöhungen angekündigt, laufen die energieintensiven Branchen Sturm. Nicht etwa gegen die Stromriesen, sondern gegen die Politik.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Angesichts hoher Energiepreise droht die deutsche Stahlindustrie mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. "Sollte die Belastung weiter wachsen, werden viele Betriebe Investitionen überdenken oder ihre Produktion mehr und mehr ins Ausland verlagern - zum Beispiel nach Brasilien oder in die neuen EU-Beitrittsländer", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling, der Essener "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

"Wenn die Strompreise weiter steigen, sind mindestens 20 000 Arbeitsplätze in der Elektrostahlindustrie in Gefahr." Ameling kritisierte damit die Ankündigung der Energiekonzerne, ihre Strompreise angesichts höherer Klimaschutz-Auflagen anheben zu wollen. "Ein weiterer Strompreisanstieg hätte fatale Folgen für den Industriestandort Deutschland", betonte er.

Die Bundesregierung will die Energiekonzerne ab 2008 beim Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten stärker zur Kasse bitten, weshalb die Stromriesen Preiserhöhungen erwägen. Die Pläne der Bundesregierung seien nicht akzeptabel, sagte Ameling. "Die Politik sollte noch einmal nachbessern."