Duisburg

Stadtwerke stoppen zwei Ökostrom-Projekte

Bei gleich zwei Ökostrom-Projekten wird in Duisburg die Reißleine gezogen. Mit dem einen sollte Strom aus Wasser, mit dem anderen Strom aus Wind erzeugt werden. Für beide fehlt das Geld, so die Stadtwerke Duisburg. Investitionen möchte man nur noch tätigen, wo sie sich rechnen, sagt der Chef des kommunalen Energieunternehmens.

Solarenergie Windenergie© visdia / Fotolia.com

Duisburg (red) – Mit der Energiewende soll der Strom aus erneuerbaren Energien kommen statt aus Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken. Was aber, wenn den Stromanbietern aufgrund der schlechten Einnahmesituation mit den konventionellen Kraftwerken kein Geld mehr bleibt, um Ökostrom-Projekte zu finanzieren?

Kein Geld für Ökostrom-Projekte

So oder so ähnlich sieht es mit zwei Projekten der Stadtwerke Duisburg AG aus. Mit Windkrafträdern im Mündelheimer Rheinvorland sollte Strom für 2.000 Haushalte produziert werden. In einem anderen Projekt sollte ein Wasserkraftwerk in dem Kaßlerfelder Ruhrwehr mit zwei Turbinen 2.850 Haushalte mit sauberer Energie versorgen. Beide Projekte hätten die Stadtwerke zehn Millionen Euro gekostet. Ein Unterfangen, das sich die Stadtwerke nach eigenen Aussagen nicht leisten können. "Besonders mit Hinblick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation des Unternehmens können wir uns risikoreiche Anlagen schlichtweg nicht leisten", erklärte der Technikvorstand Christof Schifferings, auch im Hinblick auf die neuen Bestimmungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Kaum Gewinn mit Energie aus Erneuerbaren

Stattdessen werde in den beiden Heizkraftwerken in Hochfeld und Wanheim "buchstäblich Geld verbrannt", so ein Bericht von derwesten.de. Dem liegen die niedrigen Marktpreise für Strom aus konventioneller Energie gegenüber den Preisen für Strom aus Erneuerbaren zugrunde. Gewinneinbrüche von 30 Millionen Euro und infolge dessen gestartete Spar- und Reformprogramme setzen den Stadtwerken ebenfalls zu. "Wir machen nur noch, was sich rechnet", soll der Chef der Stadtwerke, Marcus Wittig, bereits vor einem Jahr mitgeteilt haben.