Umfrage

Stadtwerke: Regulierung wird ihre Ziele verfehlen

In einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zeigen sich die deutschen Stadtwerke und Versorger relativ selbstsicher, was die Wirksamkeit der Bundesnetzagentur angeht: Ein großer Teil der befragten 102 deutschen Versorger ist überzeugt davon, dass der Regulierer seine Ziele verfehlen wird.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Stadtwerke in Deutschland sehen keine großen Erfolgsaussichten für die neue Regulierungsbehörde. Ihrer Meinung nach wird die Bundesnetzagentur ihre wichtigsten energiepolitischen Ziele verfehlen und nicht zu niedrigeren Strom- und Gaspreisen für den Endverbraucher führen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Befragung der Vorstände und Geschäftsführer von 102 deutschen Stadtwerken und regionalen Energieversorgern beruht.

Auch wenn nahezu alle Vorstände und Geschäftsführer davon ausgehen, dass die Netznutzungsentgelte sinken oder zumindest stabil bleiben, ist die Mehrheit der Unternehmen (58 Prozent) der Meinung, dass die Endverbraucherpreise steigen werden. Nur 14 Prozent der Befragten denken, dass die Regulierung zu sinkenden Endverbraucherpreise führt. 27 Prozent erwarten stabile Endverbraucherpreise.

"Auf die Unternehmen kommen erhebliche neue Berichtspflichten und damit zusätzliche Kosten zu", erläuterte Helmut Edelmann, Autor der Studie und Direktor Energieversorgung bei Ernst & Young. Ebenso würden die steigenden staatlichen Lasten und Abgaben sowie die hohe Marktkonzentration im Erzeugungsbereich eine Rolle für derartige Einschätzungen spielen. "Die wenigsten Stadtwerke erzeugen ihren Strom selber. Sie beziehen ihn zumeist von den großen Energiekonzernen, die aufgrund ihrer Marktmacht erheblichen Einfluss auf die Preise nehmen können", stellte Edelmann fest.

Daher sind 55 Prozent der befragten Unternehmen davon überzeugt, dass die Regulierung das Ziel, mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt zu schaffen, nicht erreicht. Anderer Meinung sind lediglich 42 Prozent. Zudem befürchten viele Befragten, dass sich die Regulierung negativ auf die Versorgungsqualität (62 Prozent) und die Umweltverträglichkeit der Energieversorgung (59 Prozent) auswirken wird. Lediglich beim Ziel eines diskriminierungsfreien Netzzugangs besteht eine hohe Übereinstimmung, dass hier ein positiver Effekt durch die Regulierung eintritt. 72 Prozent der Befragten vertreten die Meinung, dass die Regulierung zumindest in diesem Punkt ihr Ziel erreichen wird.

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