Umfrage

Stadtwerke rechnen mit steigenden Strompreisen wegen GPKW

75 Prozent der Stadtwerke gehen davon aus, dass die aus der GPKE hervorgegangenen Belastungen den Strompreis steigen lassen anstatt ihn zu senken. Das geht aus einer Umfrage der Kisters AG, einem Unternehmen für Energiedatenmanagement-Systeme, hervor.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Aachen (red) - Das Ziel der "Vereinheitlichung der Geschäftsprozesse und Datenformate für die Belieferung der Kunden mit Elektrizität" (GPKE), nämlich den Strom für Endverbraucher über einen intensiveren Wettbewerb günstiger zu machen, wird den Entscheidungsträgern in den Stadtwerken zufolge nicht erreicht werden. 75 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Strompreis aufgrund der zusätzlichen Belastungen durch die GPKE steigen wird. Neben einem Personalmehreinsatz für die Umstellung hätten die Betriebe für externe Beratung und Software-Lösungen im Durchschnitt zusätzlich rund 63.000 Euro aufgewandt.

Zwar hatten zu vor 65 Prozent der Stadtwerke die Umstellungsfrist von rund zwölf Monaten als zu kurz bewertet, jedoch haben 68 Prozent der Stadtwerke das Startdatum 1. August 2007 für den Datenaustausch gemäß der GPKE eingehalten. 76 Prozent der befragten Stadtwerke griffen für die Umstellung bei Beratung und Produktaktualisierung auf IT-Dienstleister zurück, wie die Erhebung ergab.

"Einheitliche GPKE sind dringend notwendig, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen", so Joachim Pfeiffer, Energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. "Standardisierte Datenformate und Prozesse beschleunigen und vereinfachen den Wechsel des Stromanbieters", das stärke die Konkurrenzfähigkeit neuer Anbieter. Rolf Hempelmann, Energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, bekräftigt, dass die Befürchtungen der Stadtwerke "genau analysiert" werden müssen, um im Dialog mit der Bundesnetzagentur die Gesamteffizienz des Instrumentes zu verbessern.