Wärme aus Strom

Stadtwerke profitieren von überlaufendem Stromsee

Wo zu viel Energie ins Stromnetz eingespeist wird, da droht der "Stromsee" überzulaufen. Vor allem in Norddeutschland wird viel Windstrom eingespeist, der nicht immer aufgenommen werden kann. Da der Netzausbau nicht hinterherkommt, haben die Stadtwerke Flensburg einen anderen Weg gefunden, den Strom zu nutzen - und auch noch Geld dafür zu bekommen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Flensburg (red) - Ab Oktober wollen die Stadtwerke Flensburg als erstes Energieunternehmen in Deutschland den überschüssigen Strom nutzen, um damit Heizwärme zu produzieren. Zunächst muss aber investiert werden: Zwei Millionen Euro hat dem Flensburger Tageblatt zufolge der Boiler gekostet, der innerhalb von 15 Sekunden hochgefahren werden könne und in der Lage sei, 30 Megawatt Wärme zu erzeugen. Das Fundament für das Projekt ist soeben fertiggestellt worden.

Abnahme des Überschusses bringt Geld

Der Elektroden-Heißwasserkessel wird in Spitzenzeiten mit Strom aufgeheizt und die Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist. Ein positiver Effekt für die findigen Stadtwerke: Weil die Stabilität der Netze durch den Überschuss gefährdet ist, bekommen sie für die Abnahme sogar noch Geld. Man spricht in dem Fall von einem "negativen Strompreis". Rechnerisch habe es 2010 mehr als eine Woche lang einen solchen negativen Strompreis gegeben, so Stadtwerke-Chef Maik Render zum Flensburger Tageblatt. "Bei Preisen unter zehn Euro macht es Sinn, mit Strom zu heizen."