Fusion vertagt

Stadtwerke Neuss sehen Marktfähigkeit gefährdet

Die Stadtwerke Neuss rechnen mit einem langsamen Rückgang der Ergebnisse. Aufgrund der vertagten Fusion mit den Stadtwerken Krefeld müsse sich das Unternehmen alleine den geänderten Marktbedingungen und den gesetzlichen Verschärfungen durch die Kartellbehörde stellen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Neuss (red) - Der Neusser Stadtrat hatte letzte Woche zum zweiten Mal in Folge seine Entscheidung in Bezug auf den Zusammenschluss der Stadtwerke Neuss (swn) und der SWK Stadtwerke Krefeld vertagt. Man akzeptiere, aber bedauere die Entscheidung, so swn-Geschäftsführer Heinz Runde. "Mit der Fusion hätten wir optimale Chancen, im Markt bestehen zu können." Nach der Entscheidung des Stadtrates falle der Ausblick "natürlich bedeutend schlechter aus", so Runde.

Wettbewerb, Anreizregulierung sowie das Gesetz, das den Kartellbehörden eine strenge Preiskontrolle gestattet, würden zu einem langsamen Rückgang der Ergebnisse führen. "Natürlich werden wir alle nötigen Anstrengungen unternehmen, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein. Aber sinkende Netzentgelte und stärkerer Wettbewerb werden die swn künftig kräftig unter Druck setzen noch kostenoptimierter zu arbeiten", so Runde weiter.

Die angestrebte Fusion der Stadtwerke in Neuss und Krefeld sei der Versuch gewesen, kommunale Unternehmen konkurrenzfähig zu halten, ohne dass der Einfluss der beteiligten Städte verloren geht. Mit der wiederholten Entscheidungsverschiebung über eine Fusion liege auch die Verantwortung über eine damit verbundene Verschlechterung der Marktfähigkeit der swn beim Rat der Stadt Neuss, stellt Runde klar.

"Noch sind wir ein gesundes Unternehmen mit guten Ergebnissen", so der Stadtwerke-Geschäftsführer. Ergebnisverbesserungen lassen sich nach Rundes Einschätzung aber nur noch über Restrukturierungsmaßnahmen realisieren. Daher wolle das Unternehmen weiterhin mit dem Bürgermeister und dem Rat eine Lösung finden, die eine Perspektive für die swn erkennen lässt.