Wenn (ut) Schiet wat ward

Stadtwerke Kiel liefern Bio-Energie für Gut Futterkamp

Schweinemist und Maissilage sind die Rohstoffe, mit denen ab Herbst 2004 ein Blockheizkraftwerk in Schleswig-Holstein Energie erzeugen wird. Die 1,5 Millionen Euro teure Anlage wird zukünftig 2,6 Millionen Kilowattstunden Strom in das öffentliche Netz einspeisen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Kiel (red) - Wenn 400 Rinder, 250 Säue und 600 Mastschweine im wahrsten Sinne des Wortes "Mist" machen, hat das durchaus auch gute Seiten. Denn die "natürlichen" Hinterlassenschaften der Vierbeiner sind Bio-Energie-Lieferanten erster Güte - die ideale Grundlage für eine ökologische Energieerzeugung. Einen Weg in diese Richtung geht jetzt die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in ihrem Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp bei Lütjenburg gemeinsam mit den Stadtwerken Kiel.

Ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk übernimmt ab Herbst 2004 die Wärmeversorgung des elf Hektar großen Areals mit 13 Wohnhäusern, sieben Wirtschaftsgebäuden, einem Schultrakt und einem Internat mit 80 Betten. Der jährliche Wärmebedarf beträgt über 950 Megawattstunden, was in etwa der Wärmemenge eines kleinen Neubaugebietes mit 70 Einfamilienhäusern entspricht. Zudem speist die 1,5 Millionen Euro teure Anlage 2,6 Millionen Kilowattstunden Strom in das öffentliche Netz ein.

"Die Primärenergie liefern 9000 Kubikmeter Gülle, die noch mit 5000 Tonnen Maissilage angereichert werden und in einem so genannten Fermenter zu Methan vergären. Dieses Gas dient letztlich als Betriebsenergie für das Blockheizkraftwerk", erläutert Projektmanager Michael Lachenmann von den Stadtwerken Kiel. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Technikgebäudes komplettiert die Ökoanlage.