Poker im Norden

Stadtwerke Kiel: HSH Nordbank hat eine Schlüsselrolle übernommen

Infolge der Insolvenz des TXU-Konzerns stehen 51 Prozent der Stadtwerke Kiel zum Verkauf - doch wer wird den Zuschlag erhalten? Laut "Kieler Nachrichten" nimmt die HSH Nordbank mittlerweile eine Schlüsselrolle ein - allerdings avanciere das Bietverfahren zunehmend zum "Verwirrspiel", so die Zeitung.

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Die Übernahme der Mehrheit an den Kieler Stadtwerken infolge der Insolvenz der britischen Tochter des US-Konzerns TXU steht offenbar unmittelbar bevor - wer allerdings den Zuschlag beim Verkauf der Anteile in Höhe von 51 Prozent erhält, ist derzeit noch offen. Wie die Kieler Nachrichten berichten, nehme jedoch die HSH Nordbank (Hamburg/Kiel) mittlerweile eine Schlüsselrolle ein.

Das Bieterverfahren ist zwar abgeschlossen, doch sei der Insolvenzverwalter in London mit zwei Angeboten, die in die engere Wahl gekommen sind, nicht zufrieden, so die Zeitung. Auch für die Stadt durchaus vorteilhaft, denn die Vertragsstrafe, die TXU wegen vorzeitiger Abgabe der Stadtwerke-Anteile zahlen muss, hängt von der Höhe des Kaufpreises ab.

Sicher sei zunächst, dass die Mannheimer MVV Energie AG noch im Rennen sei - sie habe die HSH Nordbank als Partner gewonnen und sei zudem Favorit der Stadt Kiel. Rätselraten indes stelle sich beim zweiten Bieter ein. Der norwegische Statkraft-Konzern sei laut Insidern nicht mehr dabei, der nierländische Konzern Essent wiederum wolle die TXU-Anteile an den Stadtwerken Kiel und Braunschweig nur im Paket erwerben.

Allerdings seien mittlerweile weitere Bieter bekannt geworden, die sich nicht am ursprünglichen Bieterverfahren beteiligt hätten, schreibt die Zeitung weiter. So wolle die britische Firma Capital Partners nebst deutscher Schwester terrafirma (Frankfurt) eine wichtige Rolle spielen.

"Undurchsichtig" indes sei die Rolle der HSH Nordbank, berichten die Kieler Nachrichten. Denn das Institut sei zwar einerseits Partner der MVV Energie AG, andererseits aber plane man laut "vertrauenswürdiger Quelle" die Abgabe eines eigenen Angebots. Letztendlich ist auch von einer schleswig-holsteinischen Stadtwerke-Allianz die Rede, in deren Rahmen der HSH Nordbank ebenfalls eine Schlüsselrolle zugeschrieben werde. Nach dem Einstieg in Kiel, munkelt man, könne man auch Anteile in Neumünster, Rendsburg und Eckernförde übernehmen. Dies, so die Kieler Nachrichten, habe die HSH nicht kommentieren wollen.

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