Stadtwerke-Jobs nach wie vor gefährdet

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Von den 145 000 Beschäftigten der deutschen Stadtwerke könnte mindestens ein Drittel seinen Job verlieren. Diese Zahlen legte der Deutsche Städtetagsreferent Axel Welge heute in Leipzig vor. Zudem liege die Vermutung nahe, dass der verstärkte Wettbewerb auch die Zahl der Stadtwerke in den nächsten fünf Jahren drastisch reduzieren wird. Konkret: von den derzeit 571 stromverteilenden Stadtwerken in Deutschland bleiben nur noch 10 bis 15% übrig.


Welge zeichnete außerdem folgende Zukunftsversion: Nach dem Verdrängungswettbewerb würden die wenigen großen Energiekonzerne die Strompreise wieder erhöhen, sagte Welge. Völlig unsicher bleibt auch die Zukunft der umweltfreundlichen Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung. Er befürchtet, dass bereits in fünf bis sechs Jahren die Kraft-Wärme-Kopplung entweder eingeschränkt oder komplett weggefallen sei. Aus diesem Grund fordert der Deutsche Städtetag von der Regierung eine Quotenregelung im Stromeinspeisungsgesetz. Danach sollen bis zu 20 Prozent des eingespeisten Stroms im Netz mit diesem umweltschonenden Verfahren erzeugt werden.


"Der Geist des Wettbewerbes ist aus der Flasche", sagte Welge. Jetzt könne es nur noch um Schadensbegrenzung gehen. Und dazu benötigen die Stadtwerke die Unterstützung des Bundes.