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Stadtwerke Flensburg auf Strom-Jahrestagung in Estland

Ab morgen ist Estland Mitglied der Europäischen Union. Die Stadtwerke Flensburg haben frühzeitig Kontakte in die baltischen Staaten aufgebaut. Sie wurden eingeladen, auf der Jahrestagung des estnischen Strom- und Wärmeverbandes einem Vortrag zum deutschen Energiemarkt zu halten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Flensburg (red) - Im Rahmen ihrer Wachstumsstrategie sind die Stadtwerke Flensburg GmbH Mitgründer des Flensburger Firmennetzwerkes "Development and Engineering Cooperation" (DEC). So wurden Kontakte und neues Know-how über die Energiemärkte der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen aufgebaut. Da alle drei Länder ab 1. Mai 2004 zu den neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gehören, entsteht ein gemeinsamer politischer und wirtschaftlicher Ostseeraum, von dem gerade Unternehmen aus Schleswig-Holstein und der Flensburger Region profitieren, sind die Stadtwerke Flensburg überzeugt.

Auf der Jahrestagung des estnischen Strom- und Wärmeverbandes war die Stadtwerke Flensburg GmbH nur 2 Tage vor dem EU-Beitritt Estlands als Gast und mit einem Vortrag zum deutschen Energiemarkt eingeladen. Es ging um die Situation und die zukünftigen Entwicklungen der Kraft-Wärme-Kopplung und von Fernwämesystemen. Dazu stellten die Stadtwerke Flensburg GmbH die erfolgreiche Entwicklung dieser Erzeugungstechnologie und die besonders erfolgreiche Entwicklung der Fernwärmeversorgung in Flensburg vor.

Den estnischen Gastgebern wurde auch die Entwicklung der Fernwärme in Deutschland insgesamt vorgestellt. Von großem Interesse war, wesentliche Unterschiede in den Ländern zu erkennen und daraus voneinander zu lernen. Während in Deutschland und insbesondere in Flensburg eine enorme Erfahrung im Instandhaltungsmanagement, der Anlagenerneuerung und -erweiterung bestehe, hätten die estnischen Fernwärmeerzeuger erhebliche Erfahrungen in der Nutzung von Biomasse. Schließlich hat die estnische Energiewirtschaft bereits Erfahrungen mit einem Marktregulierer gesammelt, der dort die Strom- , Gas- und Wärmenetze überwacht.

Deutlich wurde bei dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch die Bedeutung des gesamteuropäischen Strommarktes für die baltischen Staaten. Bis heute sind Estland, Lettland und Litauen noch durch ein altes Transportnetz aus sowjetischer Zeit von einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Russland abhängig. Im Gassektor käme ausschließlich russisches Gas zur Verwendung. Bei der Entwicklung zur vollen Integration in den europäischen Energiemarkt könnten die Erfahrungen des Flensburger Stadtwerks für den Auf- und Ausbau regionaler Versorgungsstrukturen sehr wertvoll sein.