Energiemix

Stadtwerke Düsseldorf setzten verstärkt auf Kohleverstromung

Der Düsseldorfer Versorger will sich möglichst nicht von Zukäufen abhängig machen und strebt einen Ausbau der Kohleverstromung an. Das neue Kraftwerk in Lausward soll durch den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung eine Gesamtenergieausbeute von bis zu 74 Prozent erreichen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Die Stadtwerke Düsseldorf produzieren derzeit nach eigenen Angaben etwa 40 Prozent ihres verkauften Stroms selbst. Vorwiegend wird in den Kraftwerken Erdgas zur Energieerzeugung eingesetzt – knapp 8 Prozent des Stroms wird aus dem Dampf der Müllverbrennungsanlage erzeugt. Der zusätzliche Bedarf der Kunden wird durch Zukauf auf dem europäischen Strommarkt gedeckt. Die Preise auf diesem Energiemarkt sind allein seit Anfang 2005 um mehr als 70 Prozent gestiegen. Um die Strompreise für die Verbraucher langfristig zu stabilisieren, will der Versorger nach Alternativen in der Strombeschaffung suchen. Eine hat man schon gefunden: Man will die Kraftwerksleistung auf Basis der Kohleverstromung verstärken.

Für die Stadtwerke Düsseldorf bietet sich als beste Lösung der Bau eines 400 Megawatt-Steinkohleblocks an, der nach dem Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gleichzeitig Strom und Fernwärme produziert. Die langfristige wirtschaftliche Bereitstellung der wichtigen Grundlast könne hierdurch sichergestellt werden, hieß es.

Durch den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung am Standort Lausward im Düsseldorfer Hafen wird das Fernwärmeangebot ausgebaut. Die Restwärme der Stromproduktion soll als Fernwärme für die Innenstadt eingesetzt werden, was zu einer Energieausbeute der neuen Anlage von bis zu 74 Prozent beitragen soll. Dabei kann die Abwärme des Kohleblocks die bislang zur Fernwärmeerzeugung betriebenen Heißwasserkessel ersetzen.

Mit dem dann eingesetzten Brennstoffmix (Steinkohle, Gas, regenerative Brennstoffe) würden sich die Düsseldorfer von der Abhängigkeit eines Energieträgers und damit auch von internationalen politischen Entscheidungen, die auf Rohstofflieferungen Einfluss haben, lösen. Das Unternehmen betont vor allem die Sicherheit in der Stromversorgung, da Versorgungsengpässe bei einem Brennstoff nicht die gesamte Energieproduktion beträfen.

Der neue Kohleblock soll mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 45 Prozent arbeiten – im Gegensatz zu den Ende der neunziger Jahre stillgelegten Kohleanlagen auf der Lausward, die nur einen Wirkungsgrad von 33 Prozent erreichten. Das spart den Angaben zufolge rund 27 Prozent Brennstoff und reduziert damit den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Emissionen in gleicher Größenordnung.