Überlegungen

Stadt Düsseldorf zum Verkauf von RWE-Aktien an Gazprom bereit

Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) ist bereit, den Anteil seiner Stadt am Stromkonzern RWE dem russischen Gaskonzern Gazprom zu verkaufen. Aus seiner Sicht spreche nichts gegen einen russischen Aktionär bei RWE, sagte Erwin in einem Zeitungsgespräch.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Ein konkretes Angebot habe er dem russischen Konzern noch nicht vorgelegt. "Ich denke aber darüber nach", sagte Erwin der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Wir haben am RWE-Anteil kein strategisches Interesse", betonte das Stadtoberhaupt. Die überwiegenden Mehrheit der deutschen Konzerne werde ohnehin längst von ausländischen Anteilseignern kontrolliert.

Erwin könnte die 5,671 Millionen RWE-Aktien dem Blatt zufolge direkt an Gazprom verkaufen. Er ist nicht wie andere Kommunen verpflichtet, seine Anteile den übrigen Städten und Kommunen erst einmal anzudienen. Für seinen Anteil könnte er nach derzeitigem Aktienkurs rund 430 Millionen Euro kassieren. Die Stadt wäre damit auf einen Schlag schuldenfrei. "Wir wären töricht, wenn wir ein gutes Angebot ausschlagen würden", sagte er später auf einer Pressekonferenz. Die Stadt stehe aber nicht unter Verkaufsdruck. Düsseldorf hält knapp ein Prozent der Anteile am Essener Stromkonzern RWE. Für Gazprom würde der Kauf der Aktien den Einstieg in einen der großen deutschen Energiekonzerne bedeuten. Bislang lehnen die Marktführer der Branche eine direkte Beteiligung der Russen an ihrem Unternehmen oder ihren deutschen Töchtern ab.

Am Montag berichtete das "Handelsblatt" von möglichen Kaufinteressen des russischen Energieriesen an Aktien des RWE-Konzerns.

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