Sicherheit

Staatskraftwerk soll vor Strom-Engpässen schützen

Die Furcht vor einer unzureichenden Stromversorgung im Süden Deutschlands scheint die Bundesregierung zu ungewohnten Maßnahmen zu bewegen. Laut der "Welt" ist der Bund mit der Prüfung zum Bau eines eigenen Kraftwerks beschäftigt. Hintergrund ist eine steigende Zahl stillgelegter Kraftwerke.

Strommast© Bernd Boscolo / pixelio.de

Berlin (dpa-AFX/red) - Der Bund prüft wegen der Angst vor einer mangelnden Stromversorgung im Süden Deutschlands einem Bericht zufolge den Bau eines eigenen Kraftwerks. In der Bundesnetzagentur werde bereits die Ausschreibung zum Bau des ersten staatlichen Kraftwerksprojekts vorbereitet, berichtete die "Welt" (Donnerstag) unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der Agentur. Dieser liege bereits dem Bundeswirtschaftsministerium sowie den zuständigen Landesministern in Bayern und Baden-Württemberg vor.

Furcht vor Strom-Engpässen

Hintergrund des möglichen Projekts sind die Sorgen über Engpässe bei der Stromversorgung der beiden energiehungrigen Bundesländer im Winter 2017/18 infolge der Energiewende. Diese führt dazu, dass Versorger wie Eon und RWE zunehmend ihre Kohle- und Atomkraftwerke vom Netz nehmen beziehungsweise abschalten müssen. Im Gegenzug soll vor allem die Windenergie ausgebaut werden. Diese kann aber vor allem im Norden produziert werden. Der Ausbau der dafür notwendigen Trassen stockt derzeit.

Laut "Welt" wird vermutlich einer der Energiekonzerne Eigentümer des Kraftwerks sein, um dieses "im Auftrag des Staates" zu betreiben. Die Kosten für das neue Kraftwerk könnten dann auf der Stromrechnung der Verbraucher landen, indem die Finanzierung auf die Netzentgelte umgeleitet würde.