Abschluss

Staatsanwaltschaft Münster stellt Ermittlungen wegen "Lustreisen" ein

Die Staatsanwaltschaft Münster hat die Ermittlungen wegen so genannter Lustreisen gegen Aufsichtratsmitglieder der Stadtwerke Münster eingestellt - wegen Geringfügigkeit. Es müsse berücksichtigt werden, dass die Stadt die Reisen geduldet habe.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Münster (ddp/sm) - Wie die Behörde am Mittwoch mitteilte, hatten die Aufsichtsratsmitglieder zwar "keine zwingenden Gründe", an den Reisen teilzunehmen. Allerdings sei die Schuld der knapp 30 Aufsichtsratsmitglieder, die die Reisen unternommen hatten, eher "als gering anzusehen". Deshalb könne das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt werden, hieß es.

Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Stadt Münster die vermeintlichen Informationsreisen, die tatsächlich vor allem ein touristisches Programm verfolgten, geduldet habe. Überdies seien bei den Fahrten "keine übertriebenen Ausgaben getätigt worden".

Anfang 2006 war bekannt geworden, dass E.ON Ruhrgas und Thyssengas "Lustreisen" für Kommunalpolitiker bezahlt hatten. Im Zuge der Ermittlungen waren auch die Vorwürfe gegen die Münsteraner Aufsichtsratsmitglieder bekannt geworden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte. Die "Lustreisen" waren von einem regionalen Energieversorger bezahlt worden.