WM-Tickets

Staatsanwaltschaft fordert 450.000 Euro Geldstrafe für Claassen

Im Prozess gegen den ehemaligen EnBW-Chef Utz Claassen hat die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von 450.000 Euro gefordert. In ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Karlsruhe warf die Anklagevertreterin Claassen vor, sich in sieben Fällen der Vorteilsgewährung schuldig gemacht zu haben.

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Karlsruhe (ddp/sm) - Nach Auffassung der Staatsanwältin schickte der damalige EnBW-Chef Ende Dezember 2005 an sieben hochrangige Politiker per Weihnachtspost Ticket-Gutscheine für ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, um die Amtsträger in dienstlichen Angelegenheiten zu beeinflussen. Die Staatsanwältin sprach von einer verbotenen, amtsbezogenen "Klimapflege" und verwies dabei auf die Korruptionsgesetzgebung, die eine Höchstgrenze bei Geschenken an staatliche Bedienstete von 150 Euro vorsehe. Die Tickets, die Classsen verschickte, hätten jedoch einen Wert von jeweils mehr als 2000 Euro gehabt.

Die geforderte Geldstrafe soll nach dem Willen der Staatsanwältin in 90 Tagessätze zu je 5000 Euro aufgeteilt werden. Dies wäre knapp unterhalb der Vorstrafen-Grenze.