Ermittlungen

Staatsanwaltschaft durchsucht AKW Krümmel

Bei dem Brand im Krümmel sei Rauchgas in den Leitstand des Kraftwerkes eingedrungen, wodurch ein Mitarbeiter "Anzeichen einer Rauchvergiftung" erlitten haben könnte. Die Staatsanwaltschaft wollte wegen fahrlässiger Körperverletzung ermitteln, Vattenfall teilt jedoch mit, der Mitarbeiter sei nicht verletzt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Lübeck (ddp-nrd/sm) - Nach den Vorfällen im Atomkraftwerk Krümmel hat die Staatsanwaltschaft Lübeck Leitstand und Büroräume des Atommeilers durchsuchen lassen. Hintergrund ist der Brand eines Transformators am 28. Juni, bei dem Rauchgase in den Leitstand des Kraftwerks eingedrungen waren, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Es sei nicht auszuschließen, dass der Reaktorfahrer "Anzeichen einer Rauchvergiftung" erlitten habe. Dies könne in strafrechtlicher Hinsicht den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Betreiber Vattenfall Europe gegenüber den Ermittlern die Nennung der Personalien des möglicherweise verletzten Reaktorfahrers verweigert. Deshalb hatte die Anklagebehörde beim zuständigen Amtsgericht den Durchsuchungsbeschluss erwirkt. Die Staatsanwaltschaft will den Reaktorfahrer als Zeugen vernehmen.

Ob der Brand auf menschlichem Verschulden beruht, ist noch unklar. Insbesondere durch die Begutachtung durch Sachverständige des Landeskriminalamts erhofft sich die Staatsanwaltschaft Aufschluss darüber.

Vattenfall: Reaktorfahrer nicht verletzt

Wie Vattenfall heute mitteilte, wurde der Reaktorfahrer bei dem Trafo-Brand nicht verletzt, dies habe der Mitarbeiter heute gegenüber der Staatsanwaltschaft bestätigt. Eine Durchsuchung des Kraftwerks fand nach Angaben des Betreibers nicht statt. Vattenfall-Geschäftsführer Bruno Thomauske betonte, am Mittwoch habe die Polizei aufgrund einer anonymen Anzeige, es habe Verletzte gegeben, den Betreiber informiert. Daraufhin habe Vattenfall der Polizei gegenüber erklärt, dass es keine Verletzten gegeben habe. "Aus der Fürsorgepflicht für meine Mitarbeiter habe ich entschieden, den Namen des Reaktorfahrers zunächst nicht zu nennen", sagte Thomauske.