VDEW

Staatsanteil an privater Stromrechnung bei 40 Prozent

Nach Angaben des VDEW liege der reine Strompreis noch immer um 16 Prozent niedriger als zu Beginn des Wettbewerbs 1998. Gestiegen seien hingegen die staatlichen Abgaben, die bei einem Drei-Personen-Musterhaushalt immerhin 40 Prozent der Stromrechnung ausmachten. 1998 waren es noch 25 Prozent.

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Berlin (ddp/sm) - Der Verbraucher zahlt bei seiner Stromrechnung nach Branchenangaben derzeit jeden Monat knapp 20 Euro an Steuern und Abgaben. Dies mache bei einem Drei-Personen-Musterhaushalt etwa 40 Prozent der Summe aus, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, am Montag in Berlin.

Der reine Strompreis sei immer noch 16 Prozent niedriger als zu Beginn des Wettbewerbs 1998. Einschließlich staatlicher Steuern und Abgaben zahle ein durchschnittlicher Haushalt jeden Monat fast 52 Euro für elektrische Energie.

1998 habe der Staatsanteil an der Stromrechnung noch etwa 25 Prozent oder zwölf Euro ausgemacht, betonte Meller. Jetzt bestehe ein wesentlicher Teil der Rechnung aus Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Mehrwertsteuer, Abgaben nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz sowie dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG). "Die Strombranche ist kein Preistreiber, sondern Eintreiber für den Staat." Allein zu Beginn dieses Jahres sei die Rechung des Musterhaushaltes um zwei Euro oder fünf Prozent gestiegen. Die Abgabe nach dem EEG sei um 28 Prozent geklettert, vor allem wegen des deutlichen Zubaus bei den Windenergieanlagen.

Einen weiteren Grund für die höheren Strompreise bildeten die gestiegenen Kosten bei der Stromerzeugung, sagte Meller. Brennstoffe wie Steinkohle und Gas seien deutlich teurer geworden. Der hohe Ölpreis wirke sich hingegen kaum auf die Strompreise aus. Öl habe im Mix der Stromerzeugung einen Anteil von weniger als ein Prozent.

Die Strompreise seien auch im Wettbewerb staatlich kontrolliert, wies Meller die harsche Kritik der Verbraucherschützer zurück. Die allgemeinen Stromtarife für Haushalte und Gewerbe würden von den zuständigen Länderministerien genehmigt. Die Sonderverträge für die Industrie unterlägen der Missbrauchsaufsicht durch die Kartellbehörden des Bundes und der Länder.