Bisher zu wenig Resonanz

Spröde Masten: NRW setzt Netzbetreibern Frist

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat den Stromnetzbetreibern eine Frist bis zum 20. September gesetzt, um eine vollständige Auflistung aller Strommasten mit und aus Thomasstahl in Nordrhein-Westfalen zu erstellen. Hintergrund sind die Mastbrüche vom November letzten Jahres im Münsterland.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Dortmund (ddp/sm) - "An dem Tag tagt der Wirtschaftsausschuss des Landtags. Bis dahin muss die Liste vorliegen", sagte ein Sprecher des Ministeriums den "Ruhr Nachrichten" (Freitagausgabe). Wie kürzlich berichtet, hatten von den angeschriebenen 90 Betreibern bisher nicht einmal die Hälfte auf die Ministeriumsanfrage geantwortet.

Ministerin Christa Thoben (CDU) hatte am Vorabend bei einem Spitzengespräch in Düsseldorf Vertreter der Energiewirtschaft und Netzbetreiber aufgefordert, "sich unverzüglich und intensiv mit der Thomasstahlproblematik bei Freileitungsmasten zu beschäftigen". Dem Blatt zufolge wurden den Konzernen bei Versäumung der Frist aber noch keine Konsequenzen angedroht. "Wir gehen davon aus, sie haben jetzt verstanden", sagte der Sprecher.

Thomasstahl gilt als besonders bruchgefährdet. Im vergangenen November waren bei starken Schneefällen gut 80 Strommasten im Münsterland umgeknickt, was zu einem mehrtägigen Stromchaos geführt hatte.