Klimaentwicklung

Spiegel: UNO-Bericht zeigt dramatischen Anstieg von Treibhausgasen

Der Ausstoß von Treibhausgasen der Industrienationen hat in den letzten Jahren drastisch zugelegt. Dies berichtet die Internetausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" unter Berufung auf die bisher umfassendste Untersuchung der Vereinten Nationen zur Entwicklung der Treibhausgase.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Nach Angaben des Magazins zeigt sich, dass internationale Klimaschutz-Abkommen wie das Kyoto-Protokoll und die Klimarahmenkonvention sich als weitgehend wirkungslos erweisen. Die Industriestaaten der Erde werden nach Prognosen der Vereinten Nationen im Jahr 2010 knapp elf Prozent mehr Treibhausgase ausstoßen als noch 1990.

Der Klimaschutz hätte in den letzten Jahren vom Zusammenbruch des Ostblocks profitiert, da zahlreiche veraltete Industrieanlagen durch moderne, effizientere Betriebe ersetzt wurden. Doch inzwischen verzeichnen die UNO-Experten auch hier wieder einen Anstieg der Emissionen. Während er für 2010 noch für etwa 18 Prozent unter dem Niveau von 1990 prognostiziert wird, werden die westlichen Industriestaaten fast 20 Prozent darüber liegen.

Nach den Zahlen der Vereinten Nationen sind die Industriestaaten mit den größten Zuwachsraten: Spanien (plus 42 Prozent bis 2003), Portugal (plus 37 Prozent), Griechenland und Irland (beide plus 26 Prozent), Finnland (plus 22 Prozent), Österreich (plus 17 Prozent) und die USA (plus 13 Prozent). Letztere haben weiterhin den größten Ausstoss an Treibhausgasen. Deutschland (minus 18 Prozent) und Großbritannien (minus 13 Prozent) schnitten unter den alten 15 EU-Staaten am besten ab, für das Baltikum wird der stärkste Rückgang verzeichnet.

Ausgewertet wurden die Daten von 40 Industriestaaten. Neben dem Kohlendioxid-Ausstoß wurden Methan aus Mülldeponien und Viehhaltung, Lachgas, das durch Agrardüngung und Nylonherstellung entsteht, verschiedene FCKW-Ersatzstoffe und Schwefelhexafluorid erfasst. Für Entwicklungs- und Schwellenländer wie China, Indien, Tadschikistan oder Paraguay liegen nur vereinzelte Daten vor.

Am 28. November beginnt in kanadischen Montreal die 1. Vertragsstaatenkonferenz des Kyoto-Protokolls. Hier soll auch diskutiert werden, ob auch Entwicklungs- und Schwellenländer für die Zeit nach 2012 Reduktionsziele bekommen.

Weiterführende Links
  • Der SPIEGEL-Artikel zum Uno-Bericht