Ausstieg und Endlager

"Spiegel": Regierung führt "Geheimgespräche" über Atomenergie

Wie "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat Umweltminister Gabriel Gespräche mit den vier größten deutschen Energiekonzernen über das weitere Vorgehen in Bezug auf die Errichtung eines atomaren Endlagers aufgenommen. Um die Verlängerung der Laufzeiten soll es dabei indes nicht gehen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Gorleben (ddp-nrd/sm) - In den Konflikt um den weiteren Umgang mit der Atomenergie in Deutschland kommt nach Darstellung des "Spiegel" Bewegung. Wie das Magazin berichtete, haben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und Spitzenvertreter der Atomkonzerne von E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall vertrauliche Gespräche über eine Alternative zum Endlager Gorleben und über die Restlaufzeiten von Atommeilern aufgenommen.

Bei einem ersten Treffen am Dienstag in Berlin habe Gabriel den Stromkonzernen erstmals eine einvernehmliche Lösung in der Endlagerfrage in Aussicht gestellt. Demnach müssten in den kommenden Monaten alternative Standorte zum geplanten Endlager Gorleben gesucht werden. Gabriel habe dazu Probebohrungen in anderen Bundesländern angeregt. Für die geschätzten Kosten in Höhe von 120 Millionen Euro sollten die Konzerne aufkommen. Erst wenn sich bei der Suche keine bessere Lösung als Gorleben finden lasse, wäre Gabriel dem Blatt zufolge bereit, dort ein Endlager zu akzeptieren.

In der Runde sei auch über eine mögliche Verlängerung der Restlaufzeiten für Atomkraftwerke beraten worden, heißt es in dem Bericht weiter. Die Stromkonzerne RWE und EnBW wollten in den kommenden Wochen für mindestens zwei Atomkraftwerke längere Laufzeiten beantragen. Konkrete Vereinbarungen seien bislang jedoch nicht getroffen worden.

Ministeriumssprecher Michael Schroeren bestritt unterdessen den Abschluss eines "Deals" mit der Energiewirtschaft. Zwischen den Laufzeiten von Atomkraftwerken und der Lösung der Endlagerfrage bestehe keinerlei Zusammenhang. Die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke seien im Einvernehmen mit den Energieversorgern im Atomgesetz klar fixiert und nicht verhandelbar.