90 Millionen Euro Verlust

"Spiegel": RAG-Kohlestiftung schreibt rote Zahlen

Bei der vor knapp einem Jahr gegründeten Kohlestiftung gibt es angeblich Streit um die Finanzen. Nach einem am Samstag verbreiteten Vorabbericht des "Spiegel" hat der Vorstandsvorsitzende Wilhelm Bonse-Geuking eine Bilanz aufgestellt, die allein für 2008 einen Verlust von rund 90 Millionen Euro prognostiziert.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Essen (ddp-nrw/sm) - Die RAG-Stiftung, die den Ausstieg aus dem subventionierten Bergbau bis 2018 begleiten und darüber hinaus für alle Folgeschäden des Zechenbetriebs haften soll, sei damit bilanziell überschuldet. Das Zahlenwerk wurde laut "Spiegel" von den Wirtschaftsprüfern der Stiftung bislang noch nicht testiert. Über das Papier berate das Kuratorium der Stiftung am Montag.

Ein Großteil des Fehlbetrags, knapp 20 Millionen Euro, entfällt dem Magazin zufolge auf Berater, vor allem für die Vorbereitung des Börsengangs. Mehr als zehn verschiedene Firmen habe Bonse-Geuking derzeit beschäftigt, darunter zwei Headhunter, zwei Investmentbanken, drei Strategieberater sowie drei Anwaltskanzleien, hieß es in Regierungskreisen. Diese Ausgaben verärgerten die Kuratoriumsmitglieder, weil die Stiftung die Beraterkosten noch vor sechs Monaten mit 4,7 Millionen Euro veranschlagt habe.

Bonse-Geuking weigere sich zudem, die Bücher der Stiftung vom Bundesrechnungshof kontrollieren zu lassen, obwohl er laut einem Bescheid des Bundeswirtschaftsministeriums dazu verpflichtet ist. Ein Stiftungssprecher sagte dazu, man befinde sich "in guten Gesprächen", was die Zuständigkeit staatlicher Prüfer angeht.